Formel 1 Muss Frentzen stempeln gehen?
Hamburg - Zwar steht Frentzen mit drei Formel-1-Teams - Prost, Minardi und Arrows - in Verhandlungen, doch derzeit sieht es nicht danach aus, als ob sich der Fahrer aus Mönchengladbach ein Cockpit für die Saison 2002 sichern könnte.
Den Prost-Rennstall, bei dem Frentzen im August nach seinem Rauswurf durch Eddie Jordan angeheuert hatte und für den er die letzten Saisonrennen bestritt, drücken Schulden von 65 Millionen Mark. Am Donnerstag musste Teambesitzer Alain Prost Insolvenz beantragen.
"Er will bleiben, und wir würden ihn gerne behalten", erklärte Prost. Auch Frentzen hat immer wieder betont, dass der Teilzeit-Arbeitgeber "sein Wunsch-Team" sei. Doch die geforderten Garantien konnte Prost bislang nicht geben. "Wir hoffen, dies so schnell möglich tun zu können", sagte Prost.
Frentzen will für Einstieg nicht zahlen
Dass Frentzen bei Arrows anheuert, ist allerdings ebenfalls unwahrscheinlich. Zwar besuchte der Deutsche jüngst die Fabrik des englischen Rennstalls, doch das ändert nichts daran, dass beide Plätze für die kommende Saison besetzt sind. Enrique Bernoldi hat zwar offiziell noch keinen neuen Kontrakt unterschrieben, doch dürfte dies nur eine Formalie sein. Denn Arrows plant, die Zusammenarbeit mit dem Privatsponsor des Brasilianers ("Red Bull") zu intensivieren.
Bliebe noch der zweite Arrows-Fahrer Jos Verstappen, dessen Vertrag gerade vorzeitig verlängert wurde. Doch im Kontrakt des Niederländers befindet sich eine Ausstiegsklausel. Für eine Million US-Dollar kann Verstappen laut Informationen des Internetanbieters "Formula 1.com" herausgekauft werden. Arrows will, dass Frentzen für diese Summe aufkommt. Doch der denkt gar nicht daran.
Minardi ist technisch hoffnungslos unterlegen
Gegen Minardi, den dritten Rennstall, mit dem Frentzen in Kontakt ist, spricht, dass die Italiener der Konkurrenz technisch weit unterlegen sind. Schon die Entscheidung des dreifachen Grand-Prix-Siegers, für Prost zu fahren, war in der Formel-1-Branche als Abstieg gewertet worden. Ob sich Frentzen noch Minardi antut, ist deshalb mehr als fraglich. Vielleicht endet der frühere Williams-Pilot ja wie sein einstiger Formel-1-Kollege Jean Alesi. Der Franzose fährt jetzt in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).