Formel 1 Punktsystem steht auf dem Prüfstand
Paris - Mehrere Formel-1-Teams fordern Veränderungen der seit 1991 gültigen Regelung, schreibt die "Bild am Sonntag" (BamS). Bisher erhalten nur die sechs besten Piloten Zähler für die Fahrer-Weltmeisterschaft gut geschrieben und damit auch nur deren Teams für die Konstrukteurs-WM.
Die von den Fachleuten laut "BamS" favorisierte Wertung sieht vor, dass künftig zehn Fahrer punkten können. Der Sieger würde danach 20 (statt bisher 10), der Zweite 15 (6) und der Dritte 12 (4) Punkte bekommen. Sogar der Zehntplatzierte würde noch mit einem Punkt belohnt. Als Beispiel könnte die Motorrad-WM (15 Fahrer punkten - Sieger 25 Zähler) oder die amerikanische ChampCar-Serie (12 Fahrer - Sieger 20) dienen. "Die Forderung vieler Teams ist nun, Punkte nach dem Vorbild der amerikanischen Cart-Serie zu vergeben", schreibt das Sonntagsblatt.
Von einer solchen Modifikation würden vor allem Mittelklasse-Teams und jene Automobil-Weltfirmen profitieren, die ebenfalls Millionen investieren, aber zumeist leer ausgehen. Beispiele: Jaguar, Honda, Peugeot, Ford, BAR, Toyota (ab 2001). Top-Teams wie Ferrari und McLaren-Mercedes sowie Williams bzw. Jordan haben die Punkte in den vergangenen Jahren praktisch immer unter sich aufgeteilt.
Formel-1-Chef Bernie Ecclestone soll sich gegen eine Neuregelung noch sträuben. Sein Hauptargument: Damit würden die "ewigen" Ranglisten wertlos. Gegenargument: In 50 Jahren Formel 1 gab es schon vier verschiedene Bonus-Systeme: Zunächst von 1950 bis 1959, dann für 1960, ein weiteres zwischen 1961 und 1990; die noch heute angewandte Zählweise "10 - 6 - 4 - 3 - 2 - 1" wurde 1991 eingeführt.