Formel 1: Regel-Revolution auf Juli verschoben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Formel 1 Regel-Revolution auf Juli verschoben

Eine Radikal-Reform in der Formel 1 wird es erst in einem halben Jahr geben. Der Automobil-Weltverband Fia hat sich mit den technischen Direktoren der Teams darauf geeinigt, neue Regeln erst ab dem Großen Preis von Großbritannien am 20. Juli gelten zu lassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Die technische Arbeitsgruppe der Fia einigte sich in London auf eine entschärfte Version der in der Vorwoche präsentierten Regeländerungen. Das ursprünglich für den Saisonbeginn geplante Verbot der elektronischen Fahrhilfen Traktionskontrolle und Automatikgetriebe wird verschoben und gilt erst beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone am 20. Juli, dem elften der 16 Rennen.

Funkverkehr erlaubt


Auch andere zunächst vorgesehene Regeländerungen wurden entschärft. Der Funkverkehr zwischen Fahrer und Box wird nun doch erlaubt, aber mit Einschränkungen: So dürfen keine anderen Daten damit übertragen werden. Außerdem müssen Fia und Rundfunk mithören können. Die Datenübertragung (Telemetrie) vom Auto zur Box wird erst ab 2004 verboten, das Verbot der Datenübertragung von der Box zum Auto gilt hingegen ab sofort.

Der Einsatz des Ersatzautos ist nur dann erlaubt, wenn ein Rennwagen irreparabel beschädigt ist. Der heftig umstrittene Fia-Plan, wonach an den Autos zwischen dem Qualifikationstraining am Samstag und dem Rennen am Sonntag nicht mehr gearbeitet werden darf, wurde ebenfalls etwas abgemildert. Unter Aufsicht dürfen die Autos in den Boxen bleiben. Arbeiten daran sind sehr eingeschränkt möglich.

Zerreißprobe abgewendet


Damit haben die Sportbehörde und die Teams sechseinhalb Wochen vor dem Saisonstart am 9. März in Melbourne die drohende Zerreißprobe abgewendet und auch die Unsicherheit über das Reglement beendet. Fia-Präsident Max Mosley hatte am vergangenen Mittwoch alle überrascht und mit den radikalsten Regeländerungen der Formel-1-Geschichte für Aufruhr gesorgt. Damit wollte der Fia-Chef angesichts der Team-Pleiten die explodierenden Kosten in der höchsten Motorsport-Klasse erheblich senken. Doch zwei Tage nach der Bekanntgabe der Fia-Beschlüsse lehnte die technische Arbeitsgruppe, in der die Technik-Chefs der Teams vertreten sind, die Beschlüsse als undurchführbar ab.

Max Mosley erhofft sich von der Reform Einsparungen für die finanzschwachen Teams von bis zu fünfzig Prozent.

Mehr lesen über