Formel 1 Rüffel für Ecclestone, Ferrari bremst Massa
Formel-1-Boss Ecclestone: Kontroverse Aussagen
Foto: GARETH WATKINS/ ReutersHamburg - Mit seiner Kritik an der lebenslangen Sperre für Ex-Renault-Teamchef Flavio Briatore stößt Ecclestone auf wenig Gegenliebe bei seinen Chefs. Vorstandsmitglied Sir Martin Sorrell von der Investmentgesellschaft CVC, die die kommerziellen Rechte an der Formel 1 hält und Ecclestone die Geschäfte regeln lässt, griff diesen in der britischen Tageszeitung "Daily Mail" scharf an. "Erst hatten wir Hitler, der gar nicht so schlecht war, jetzt haben wir, dass Betrug akzeptabel ist. Wo soll das enden? Seine letzten Aussagen sind nur ein weiteres Beispiel dafür, dass Bernie, so leid es mir tut, total den Bezug zur Realität verloren hat", sagte Sorrell. Bereits im Juli hatte Ecclestone mit kontroversen Hitler-Aussagen für Schlagzeilen gesorgt.
Die Strafe des früheren Renault-Teamchefs Briatore nach dem Unfall-Skandal von Singapur hatte Ecclestone als zu hart bezeichnet. Zudem ermutigte er den Italiener, juristisch dagegen vorzugehen. Als eines von 26 Mitgliedern des World Motor Sport Council der Fia hatte Ecclestone das am Montag gefällte Urteil allerdings selbst mitgetragen.
Hamilton kritisiert Strecke in Singapur
Weltmeister Lewis Hamilton ist mit dem Streckenzustand beim Rennen in Singapur nicht zufrieden. "Es ist ein sehr holpriger Kurs, sehr gefährlich. Das Auto springt und rutscht", sagte der Brite vor dem Qualifying zum Nacht-Grand-Prix. Vor allem die neue Schikane in Kurve zehn, die bereits im vergangenen Jahr für Kritik gesorgt hatte, missfällt dem 24-Jährigen. "Es ist schlimmer als vorher. Bisher war es nur eine seltsame Kurve, aber eigentlich ganz gut zu fahren. Jetzt sind dort dicke Curbs und keine Auslaufzone. Ich bin mir sicher, dass dort jemand verunglücken wird", so Hamilton.
Die Schikane sei auch Thema beim Fahrertreffen am Freitag gewesen. Man plane, den Weltverband Fia um weitere Veränderungen zu bitten.
Ferrari mahnt Massa zur Geduld
Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali hat dem Wunsch des verletzten Felipe Massa auf ein Formel-1-Comeback noch in dieser Saison widersprochen. Der Brasilianer habe zwar mit dem Aufbautraining begonnen, müsse aber vor einer Rückkehr ins Auto noch eine Reihe von Tests bestehen. "Erst wenn diese Dinge in Ordnung sind, werden wir entscheiden, wann wir ihn wieder in einen echten Rennwagen stecken", sagte Domenicali vor dem Großen Preis von Singapur am (Sonntag, 14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).
Massa, der im Juli beim Ungarn-Grand-Prix schwer verunglückt war, wollte entweder bei seinem Heimrennen in São Paulo am 18. Oktober oder beim Saisonfinale in Abu Dhabi am 2. November wieder starten. Die Zeit dafür dürfte jedoch zu kurz sein. "Felipe erholt sich ganz gut. Der nächste Schritt ist jetzt ein Programm im Simulator, danach wird er einige Kartrennen fahren", erklärte Domenicali.