Formel-1-Saisonrückblick: Crash, Boom, Bang - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Formel-1-Saisonrückblick Crash, Boom, Bang

Es krachte und knallte auf und neben der Strecke: Die Formel-1-Saison 2007 wird als eine der aufregendsten in die Geschichte eingehen. Unfälle, Chaos-Rennen, dazu die Spionage-Affäre zwischen Mercedes und Ferrari - alles war geboten. SPIEGEL ONLINE blickt zurück.
Von Pavo Prskalo
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Befürchtungen waren groß. Eine Formel 1 ohne Michael Schumacher? Viele Experten sprachen von Langeweile. Fernando Alonso werde im McLaren-Mercedes die Königsklasse auf Jahre beherrschen und einen WM-Titel nach dem anderen einfahren. Sein Teamkollege Lewis Hamilton, Formel-1-Neuling und die klare Nummer zwei im Team, werde ihm dafür den Rücken freihalten. Höchstens der Finne Kimi Räikkönen, Schumachers Ersatz im Ferrari, könne dem Spanier gefährlich werden.

Doch es kam alles ganz anders. Heute, rund ein Jahr nach Schumachers Rücktritt, ist Kimi Räikkönen Weltmeister und Alonso geschlagen. Und auch Lewis Hamilton, der sich zu keinem Zeitpunkt in die Rolle der Nummer zwei drängen ließ und sich packende Duelle mit seinem spanischen Teamkollegen lieferte, steht mit leeren Händen da - obwohl er schon als neuer Weltmeister gefeiert wurde. Zu früh, wie sich im packenden Finale in Brasilien zeigte.

Doch McLaren-Mercedes sorgte nicht nur mit dem internen Fahrerduell für Schlagzeilen. Lange musste das Team im Zuge der Spionage-Affäre wegen der geheimen Ferrari-Dokumente um die Existenz zittern. Die Italiener schossen sich auf den Konkurrenten ein, sogar ein WM-Ausschluss stand zur Debatte. Am Ende bekam McLaren-Mercedes vom Weltverband Fia die Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar aufgebrummt. Zudem wurden dem Rennstall alle Punkte in der Konstrukteurswertung aberkannt.

Was bleibt noch vom Formel-1-Jahr 2007? Unvergessen ist der Auftritt von Markus Winkelhock beim Großen Preis von Europa. Der Deutsche startete in seinem einzigen Auftritt in der Königsklasse als Letzter und setzte sich in der zweiten Runde im unterlegegen Spyker-Boliden an die Spitze des Feldes. Weit weniger erfolgreich waren die Auftritte von Ralf Schumacher - aber das kennt man ja bereits von Schumi II.

Spektakulär waren die Unfälle von Hamilton (Nürnburgring) und Robert Kubica (Kanada). Beide kamen bei ihren Crashs ohne größere Verletzungen davon und sorgten damit für die Erkenntnis: Die Formel 1 ist sicher.

Und alles andere als langweilig.