GP von Deutschland: Ferrari feiert Doppelsieg
Formel 1 Startpatzer kostet Vettel den Heimsieg
Hamburg - Triumph für Ferrari: Fernando Alonso hat den Großen Preis von Deutschland in Hockenheim vor seinem Teamkollegen Felipe Massa gewonnen. Sebastian Vettel, obwohl von der Pole-Position gestartet, fuhr nur als Dritter über die Ziellinie. Der Red-Bull-Pilot verpasste es, entscheidend Boden auf den Gesamtführenden Lewis Hamilton gutzumachen. Der McLaren-Pilot wurde Vierter. Die Mercedes-Fahrer Nico Rosberg (8.) und Michael Schumacher (9.). enttäuschten beim Heim-Grand-Prix - beide wurden überrundet.
Der Start geriet für Vettel zum Fiasko: Nachdem das Rennen freigegeben wurde, zog der Red-Bull-Pilot direkt nach rechts, um den von Platz zwei ins Rennen gestarteten Alonso zu blockieren. Das Manöver ging jedoch schief. Alonsos Teamkollege Massa schob sich links an Vettel vorbei und setzte sich an die Spitze. In der ersten Kurve konnte dann auch Alonso an dem Deutschen vorbeiziehen.
"Ich hatte beim Start auf den ersten 15 Metern keinen Grip und auch Probleme mit der Kupplung. Ich war froh, dass ich das Auto nicht sogar abgewürgt habe", sagte Vettel nach dem Rennen. Über seinen dritten Platz freute er sich dennoch: "Es ist eine besondere Sache für mich, bei meinem Heimrennen auf dem Podium zu sein."
In der WM-Gesamtwertung bleibt der Red-Bull-Pilot mit 136 Pukten Vierter, gleichauf mit seinem Teamkollegen Mark Webber. Die Spitze verteidigte Hamilton (157). Zweiter bleibt sein McLaren-Teamkollege Jenson Button (143), der in Hockenheim auf Platz fünf landete.
Ferrari-Funkspruch sorgt für Ärger
Der Ferrari-Doppelsieg hat jedoch ein Nachspiel: Die Rennkommissare des Automobil-Weltverbandes Fia verhängten wegen des Vorwurfs der Team-Order eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Dollar gegen den Traditionsrennstall aus Italien. Zudem wird der Fall zur weiteren Untersuchung an das Motor Sports World Council übergeben. Am Rennergebnis ändert sich allerdings nichts.
In der 49. Runde hatte Alonso seinen Teamkollegen Massa überholt, nachdem dieser nach einer Kurve nicht richtig beschleunigt hatte. Kurz vor diesem Überholmanöver kam der Funkspruch von der Box: "Fernando ist schneller als du, kannst du das bestätigen?" Zuvor hatte Alonso immer wieder vergeblich versucht, den Brasilianer zu überholen. "Das ist lächerlich", sagte der frustrierte Ferrari-Pilot, als Massa in der 21. Runde einen Angriff des Spaniers abwehrte.
28 Runden später konnte Alonso dann doch noch passieren. Diese Aktion erzürnte Red-Bull-Teamchef Christian Horner: "Das ist schon eine Schande. Sie haben dem einen den Sieg weggenommen und dem anderen gegeben."
Rekordweltmeister Schumacher, der von 1996 bis 2006 für Ferrari gefahren war, konnte hingegen die Entscheidung seines ehemaligen Teams verstehen. "Es kann nur einer Weltmeister werden, es geht um den Titel", sagte Schumacher.
Die anderen deutschen Fahrer konnten beim Heim-Grand-Prix nicht überzeugen. Force-India-Pilot Adrian Sutil verfehlte zum ersten Mal seit sechs Rennen die Punkteränge und landete auf Rang 17. Nico Hülkenberg kam im Williams als 13. ins Ziel, Virgin-Fahrer Timo Glock wurde 18.