Formel-1-Tests: Heidfeld nutzt seine Chance - DER SPIEGEL
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Formel-1-Tests Heidfeld nutzt seine Chance

Nick Heidfeld hat nach starken Leistungen bei Testfahrten in Jerez beste Chancen, den verletzten Robert Kubica als Pilot bei Renault zu ersetzen. Das Team zeigte sich äußerst angetan von Heidfelds Leistungen. Die endgültige Entscheidung soll am Montag fallen.
Kubica-Ersatz Heidfeld: Gute Aussichten auf das vakante Renault-Cockpit
Kubica-Ersatz Heidfeld: Gute Aussichten auf das vakante Renault-Cockpit

Kubica-Ersatz Heidfeld: Gute Aussichten auf das vakante Renault-Cockpit

Foto: Mark Thompson/ Getty Images
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Hamburg - Eine bessere Bewerbung als eine Bestzeit bei den Testfahrten in Jerez hätte Nick Heidfeld für das nach dem Rallye-Unfall von Robert Kubica vakante Renault-Cockpit nicht abgeben können. Nach dem starken Auftritt dürfte die offizielle Bestätigung, seinen früheren BMW-Kollegen ersetzen zu dürfen, für Heidfeld nicht mehr lange auf sich warten lassen.

"Ich glaube nicht, dass ich es aus meiner Sicht hätte besser machen können und bin mehr als zufrieden", sagte der 33-Jährige. Er war nach dem Abschied von Sauber am Ende des vergangenen Jahres ohne Job in der Formel 1. Nun dürfte er sich seine Rückkehr gesichert haben.

Allerdings wäre Heidfeld lieber anders zu einer erneuten Chance in der Königsklasse gekommen, als von Kubicas Unfall zu profitieren. "Wenn es für ihn schlimmer ist, dann ist es für mich besser. Das war ein komisches, beklemmendes Gefühl", sagte Heidfeld. "Aber ich kann nichts daran machen. Wenn ich die Chance bekomme, muss ich sie nutzen."

"Quick Nick" schneller als Stammpilot Petrow

Das tat er, obwohl Heidfeld kaum Vorbereitungszeit hatte. "Ich hatte ja bereits vorher gesagt, dass ich schon öfter in so einer Situation war", sagte Heidfeld, der am Samstag bereits nach 15 Runden schneller war als der verbliebene Renault-Stammpilot Witali Petrow am Freitag. "Ich denke, ohne arrogant klingen zu wollen, dass ich unter Druck meistens gut klar komme und ich diesen Kitzel auch ein bisschen brauche."

Am Ende unterbot der Deutsche Petrows Bestzeit um mehr als zwei Sekunden. Zudem fuhr er die beste Zeit aller Fahrer - zur Mittagszeit, als die Strecke aufgrund der Asphalttemperaturen keine optimalen Konditionen bot. "Es ist sehr schwer, die Zeiten zu vergleichen, weil man nicht weiß, mit wie viel Benzin die anderen Teams gefahren sind oder was sie ausprobiert haben", sagte der 33-Jährige, der die Platzierung nicht überbewerten wollte.

Dennoch dürfte er sich damit das Renault-Cockpit gesichert haben. Teamchef Eric Boullier hatte angekündigt: "Wenn er überzeugt, ist er unser Mann." Nach den Tests sagte Boullier über Heidfeld: "Er hat gut mit der Mannschaft gearbeitet, gutes Feedback gegeben und das Auto während des gesamten Tages verbessert." Am Montag soll verkündet werden, ob Heidfeld Kubicas Platz übernehmen wird.

Kubica soll am Mittwoch zum dritten Mal operiert werden

Renault muss einen möglichst erfahrenen Ersatzmann für Kubica finden, da der 26 Jahre alte Pole am vergangenen Sonntag als Gaststarter bei einer Rallye schwer verunglückt war und sich zahlreiche Knochenbrüche zugezogen hatte. Am Mittwoch soll er ein drittes Mal operiert werden, diesmal am gebrochenen rechten Ellbogen. Wegen der hohen Belastung für den Polen hat ihm Heidfeld bislang "nur SMS geschrieben". "Alles andere wäre sinnlos gewesen", so der 33-Jährige. Allerdings will er bald persönlich Kontakt zu seinem früheren Teamkollegen aufnehmen.

Heidfelds Auftritt rückte die Testarbeit der anderen Deutschen in den Hintergrund. Weltmeister Sebastian Vettel kam am Samstag und Sonntag auf die Ränge sechs und acht, Michael Schumacher bestätigte am Samstag im Mercedes-Silberpfeil mit dem dritten Platz seine Bestzeit vom Vortag. Schumachers Teamkollege Nico Rosberg wurde am Sonntag Siebter.

mxr/sid