Formel 1: Widerstand gegen dritten Ferrari wird größer - DER SPIEGEL
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Formel 1 Widerstand gegen dritten Ferrari wird größer

Drei Boliden pro Rennstall? Als "nicht durchdacht", bezeichnet Mercedes-Sportchef Haug die Idee der Scuderia Ferrari. "Ungesund", nennt sie Teambesitzer Williams und befürchtet Chancenlosigkeit für die kleineren Rennställe. Force India und Williams sind wieder in der Teamvereinigung.
Ferrari-Pilot Räikkönen in Führung (Spa): Drei Ferrari auf der Strecke unerwünscht
Ferrari-Pilot Räikkönen in Führung (Spa): Drei Ferrari auf der Strecke unerwünscht

Ferrari-Pilot Räikkönen in Führung (Spa): Drei Ferrari auf der Strecke unerwünscht

Foto: A2800 Valdrin Xhemaj/ dpa
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Hamburg - In der Formel 1 wächst der Widerstand gegen die Pläne von Ferrari für den Einsatz eines dritten Autos in der kommenden Saison. "Diese Idee ist nicht durchdacht", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug der "Sport Bild". Ferrari will beim Internationalen Automobil-Verband Fia die Erlaubnis erwirken, dass zumindest die Hersteller-Teams 2010 mit drei Rennwagen an den Start gehen dürfen. Williams-Teamchef Frank Williams bezeichnete den Vorstoß als "ungesund" für die Königsklasse. Haug sagte: "Vielleicht hat Ferrari daran auch vor allem deshalb Interesse, weil sie derzeit so viele Fahrer unter Vertrag haben."

Die Scuderia wollte das dritte Cockpit für einen weiteren Comeback-Versuch von Rekordweltmeister Michael Schumacher freihalten. Die Stammpiloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa haben ohnehin noch gültige Verträge für das kommende Jahr. Derzeit hat Ferrari zudem die Testfahrer Luca Badoer und Marc Gene sowie den unlängst verpflichteten Giancarlo Fisichella auf der Gehaltsliste. Auch ein Wechsel des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso von Renault zu Ferrari soll angeblich bevorstehen.

"Aus unserer Sicht ist es zum Wohle der Formel 1, wenn die größten Teams drei Autos einsetzen. Das ist es, was die Fans wollen", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Die großen Marken mit den bekannten Fahrern bestimmen den Wert der Formel 1", so der Italiener.

Kritiker Williams hingegen befürchtet in diesem Fall eine verstärkte Dominanz der besten Rennställe. "Die zwei oder drei Elite-Teams mit enormen Ressourcen und fast unschlagbaren Autos könnten dann die ersten viereinhalb Startreihen besetzen. Als Nummer fünf der Hackordnung hätte man dann keine Chance mehr, vorn dabei zu sein", so Williams.

"Wir müssen Karun schnell in die Formel 1 bekommen"

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat unterdessen den Verzicht des indischen Force-India-Rennstalles auf einen einheimischen Piloten als Ersatz für den zu Ferrari abgewanderten Stammfahrer Giancarlo Fisichella kritisiert. Mit Blick auf den noch jungen Formel-1-Markt Indien kommentierte der Brite die Verpflichtung des bisherigen Force-India-Testfahrers Vitantonio Liuzzi statt Indiens aufstrebender GP2-Hoffnung Karun Chandok folgendermaßen: "Wir müssen Karun schnell in die Formel 1 bekommen, und ich hatte gehofft, dass Teamchef Vijay Mallya ihm eine Chance geben würde. Deswegen bin ich etwas enttäuscht, dass Mallya dem Italiener das Cockpit gegeben hat."

Ecclestone hat angesichts der für 2011 geplanten Premiere der Königsklasse in Indien auf einem neuen Kurs nahe der Hauptstadt Neu-Delhi großes Interesse an einer Popularitätssteigerung der Motorsport-Serie auf dem Subkontinent. Von einem indischen Fahrer in der Formel 1 verspricht sich Ecclestone mehr Sponsoren aus dem Land und auch mehr Unterstützung der Landesregierung, nachdem Sportminister Manohar Singh Gill eine Lockerung der Zollgebühren für Firmen im Zusammenhang mit dem Bau des Formel-1-Kurses abgelehnt hatte.

Williams und Force India wieder in der Fota

Derweil haben die Formel-1-Rennställe haben ihren Hauskrach endgültig beigelegt und Williams und Force India wieder in die Teamvereinigung Fota aufgenommen. Das beschlossen die acht verbliebenen Fota-Mitglieder bei einem Treffen im italienischen Monza. Die beiden Teams waren aus der Fota ausgeschlossen worden, nachdem sie trotz des Disputs mit dem Internationalen Automobilverband Fia ohne Bedingungen für die Saison 2010 angemeldet hatten. Die Fota hatte im Konflikt um ein neues Regelwerk der Fia sogar mit der Gründung einer eigenen Rennserie in Konkurrenz zur Formel 1 gedroht und erst nach zähem Ringen einen Kompromiss erzielt. Mit der Wiederaufnahme von Williams und Force India ist dieser Streit nun abgeschlossen.

fsc/dpa/sid