Formel 1 WM-Entscheidung erst morgen
Hamburg - Dreieinhalb Wochen nach dem Saisonfinale der Formel 1 hat heute in einer Sportgerichtsverhandlung in London die letzte Runde im WM-Titelkampf begonnen. Vor den Sportrichtern John Cassidy (USA), Vassilis Koussis (Griechenland), Jose Nacedo E Cunha (Portugal) und Jan Stovicek (Tschechien) wird im Berufungsverfahren des Automobil-Weltverbandes Fia die "Benzin- Affäre" um die Teams BMW und Williams vom Brasilien-Grand-Prix verhandelt.
Sollte dem Protest von McLaren-Mercedes stattgegeben werden, könnte Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen doch noch seinen WM-Titel an Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton verlieren. Das Urteil will die Fia erst morgen veröffentlichen.
Gestern hatte Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone bei einem Urteil pro Hamilton mit seinem Rückzug gedroht. "Wenn irgendjemand denkt, das wäre das Beste für die Formel 1, dann müsste ich sehr ernsthaft über meinen Rücktritt nachdenken", sagte der 76-jährige Brite der Zeitung "The Times". "Ich denke nicht, dass die Fans eine Meisterschaft mögen, die wegen einer um fünf Grad falschen Temperatur des Benzins gewonnen wird, die sowieso nicht gemessen werden kann", sagte Ecclestone weiter.
Beim großen Preis von Brasilien in Sao Paulo war im Williams von Nico Rosberg, der Vierter geworden war, und den hinter ihm auf den Plätzen fünf und sechs rangierenden BMW-Sauber mit dem Polen Robert Kubica und Nick Heidfeld zu kaltes Benzin gemessen worden. Wegen möglicher Mess-Schwankungen hatten die Rennkommissare auf eine Strafe verzichtet. Dagegen hatte McLaren-Mercedes Einspruch eingelegt. Im Falle der nachträglichen Disqualifikation der Williams- und BMW-Sauber-Piloten könnten die Richter laut Artikel 168 des International Sporting Code Hamilton trotzdem auf Platz sieben belassen, womit Räikkönen Titelträger bliebe.
fsc/dpa