Freies Training Hamilton am schnellsten, Rosberg überrascht
Hamburg - Im ersten Trainingslauf hatte sich Vizeweltmeister Hamilton noch mit Platz zwei zufriedengeben müssen, doch dann drehte der Brite auf. Im zweiten freien Training benötigte der McLaren-Pilot für seine schnellste Runde 1:15,140 Minuten und sorgte damit für die Tagesbestzeit. Zweiter wurde überraschend Williams-Fahrer Nico Rosberg (1:15,533) vor Titelverteidiger Kimi Räikkönen (1:15, 572) im Ferrari.
McLaren-Pilot Lewis Hamilton: Beste Trainingszeit in Monte Carlo
Foto: DPADessen Teamkollege Felipe Massa musste sich mit der viertbesten Zeit zufrieden geben, McLaren-Fahrer Heikki Kovalainen kam auf Rang fünf. Zweitbester Deutscher war BMW-Pilot Nick Heidfeld als Elfter, einen Platz vor Timo Glock im Toyota. Adrian Sutil (Force India) platzierte sich auf Platz 19, einen Rang dahinter und damit Letzter wurde Sebastian Vettel im Toro Rosso.
Zuvor hatte es auf dem Stadtkurs in Monte Carlo einen Zwischenfall gegeben: Das erste freie Training musste für 16 Minuten unterbrochen werden, weil sich ein Kanaldeckel auf der Strecke gelöst hatte. Vor dem Rennen am Sonntag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) führt Räikkönen mit 35 Punkten die Fahrerwertung an. Punktgleich dahinter folgen Teamkollege Massa und Hamilton (jeweils 28).
Beim Training zum sechsten Lauf der Saison ließ sich auch Max Mosley, Präsident des Automobilweltverbandes Fia, wieder blicken - zum ersten Mal seit seinem Skandal um ein Sex-Video mit Prostituierten. Das Video war Ende März von der englischen Boulevard-Zeitung "News of the World" veröffentlicht worden. Mosley dementierte seine Teilnahme an der Orgie nicht, bestritt aber den von dem Blatt hergestellten Nazi-Bezug, für den es auch keinen eindeutigen Beleg gibt.
Seit der Veröffentlichung war Mosley bei keinem Rennen mehr vor Ort, nun schritt der 68-Jährige vor dem ersten Training durch die Boxengassen, umringt von Kameras und Fotografen. Zudem soll er sich zu Gesprächen mit Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali und Renault-Boss Flavio Briatore getroffen haben.
Am 3. Juni befasst sich die Generalversammlung der Fia in einer außerordentlichen Sitzung mit dem Skandal und wird in geheimer Abstimmung darüber entscheiden, ob Mosley bis zum Ende seiner Amtszeit im Herbst 2009 Fia-Chef bleibt. Automobil-Verbände hatten nach Bekanntwerden der Affäre seinen Rücktritt gefordert. Zuletzt war bekannt geworden, dass auch ein britischer Geheimdienstagent in die Affäre verwickelt gewesen sein soll.
hut/sid/dpa