Frentzen: Alle Trümpfe in der Hand - DER SPIEGEL
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Frentzen Alle Trümpfe in der Hand

Vor dem Großen Preis von Kanada spekulieren alle Beobachter über die weiterhin ungewisse Zukunft von Heinz-Harald Frentzen: Der Jordan-Pilot hat mehrere Wechselangebote auf dem Tisch.
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Neuss/Montreal - Wenige Tage vor dem Rennen in Montreal am Sonntag ist Frentzen in einer angenehmen Situation. Trotz der bislang eher durchwachsenen Saison mit fünf Punkten aus sieben Rennen ist das Interesse der Teamchefs an den Diensten des WM-Dritten von 1999 gewaltig. Neben seinem aktuellen Arbeitgeber Jordan buhlen auch Jaguar mit vielen Pfund-Millionen und sein früheres Team Sauber um den Mönchengladbacher, weitere Teams könnten folgen. Der Grund für die Jagd auf Frentzen: Sein Vertrag mit Eddie Jordan läuft am Saisonende aus.

"Es gibt Kontakte zu verschiedenen Teams, die starkes Interesse an Heinz-Harald haben", gibt Manager Ortwin Podlech zu. Entschieden, wie zuletzt mehrfach spekuliert wurde, sei aber noch lange nichts: "Die Situation ist im Moment die, dass man die verschiedenen Anfragen gegeneinander abwägt."

Erster Ansprechpartner für Frentzen ist Eddie Jordan. In dem Team, in dem er im Vorjahr seine bislang beste Saison in der "Königklasse" mit zwei Siegen absolvierte, kennt er alle Abläufe, er weiß, was er hat. Jetzt wartet Frentzen auf Informationen, wie es im Team des Iren weitergehen soll.

Jordan, der bunte Vogel unter den Formel-1-Teamchefs, macht keinen Hehl daraus, dass er den Vertrag mit Frentzen gerne verlängern würde, glaubt aber, dass er seinem Top-Piloten im kommenden Jahr einen Werksmotor anbieten muss. Aus dem Frentzen-Management verlautet hingegen, dass es nicht unbedingt auf einen reinen Werksmotor, sondern auf das Gesamtpaket ankomme. Derzeit fährt Jordan mit Kundenmotoren von Mugen-Honda.

"Indianapolis wird aufregend"

Vor dem Rennen in der Metropole am St.-Lorenz-Strom war der 33-jährige Gladbacher auf einer Stippvisite in Indianapolis, dem Mekka des Automobilsports. Dort findet am 24. September das erste Formel-1-Rennen in den USA seit neun Jahren statt. Nach einer Besichtigung des Kurses, einer Kombination aus dem bestehenden Indy-500-Oval und einem neuen Streckenteil im Infield, war Frentzen beeindruckt. "Auf der Geraden könnten wir die höchsten Geschwindigkeiten in der Formel 1 fahren, weit mehr als 350 km/h, die erste Kurve im Oval könnte mit Tempo 300 gehen. Das sollte aufregend werden. Fast jeder Formel-1-Fahrer mag schnelle Kurven."

Gefährlich könnte es möglicherweise bei Regen werden. "Ich verstehe, warum Indy-Cars bei Regen im Oval nicht fahren. Aber das ist der Grund, warum wir bezahlt werden. Wir tun es", erklärte Frentzen.

Dass Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve aus Kanada, der vor seinem Formel-1-Einstieg sowohl die Cart-Serie als auch 1995 die 500 Meilen von Indianapolis gewann, auf der neuen Strecke einen Vorteil haben könnte, glaubt Frentzen nicht: "Höchstens in der schnellen Oval-Kurve. Aber er könnte vielleicht den Weg ins Hotel besser finden."

Thomas Straka

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