Gerhard Berger Verlängerung oder Abschied?
Budapest - Gerhard Berger scheint der Formel 1 den Rücken kehren zu wollen. "Ich habe mich noch nicht entschieden, aber bis Weihnachten wird das der Fall sein. Nach dem letzten Rennen in Suzuka werde ich intensiv über meine Zukunft nachdenken. Ich brauche einfach diese Zeit, um eine Entscheidung zu treffen", sagte der BMW-Motorsport-Direktor am Freitag.
Der Österreicher, der zwischen 1984 und 1997 in der Königsklasse insgesamt 210 Rennen gefahren ist, arbeitet seit 1998 bei BMW. Sein Vertrag mit dem Münchner Automobilkonzern läuft Ende des Jahres aus. "Einen anderen Job in der Szene oder einen Wechsel zu einer anderen Marke kann ich mir nicht vorstellen", sagte Berger. "Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, gar nichts mehr zu tun. Mein Leben ist und bleibt der Motorsport."
"Ist der Moment zum Aufhören gut?"
Berger bereitet vor allem den immensen Zeitaufwand, den seine Arbeit erfordert, Kummer. "Es kann nicht
meine Lebensaufgabe sein, BMW-Motorsport-Direktor zu sein. In den nächsten Wochen muss ich deshalb die Frage beantworten: Wird dieser Abschnitt noch einmal um ein paar Jahre verlängert oder ist der Moment zum Aufhören gut?" Bei BMW hat Berger die anvisierten Ziele schließlich erreicht: Das Team hat sich seit
dem Einstieg 2000 stetig verbessert. In dieser Saison erkämpfte sich Williams-BMW erstmals Platz zwei in der Konstrukteurs-Wertung.
Eine andere Personalentscheidung ist bei BMW-Williams bereits gefallen. Motoren-Konstrukteur Werner Laurenz ist von Mercedes-McLaren abgeworben worden. "Wir haben vor, unser ganzes Programm zu stärken und sind dabei, das in die Tat umzusetzen", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug die Entscheidung. "Ich kenne Werner Laurenz schon aus seinen Audi-Zeiten in der DTM. Es war sein Wille, zu uns zu wechseln", so Haug.
Paschen kommt für Laurenz
"Wir können den Abgang kompensieren. Ich glaube, dass Mercedes dadurch gewinnt", zeigte sich Berger nicht nachtragend: "Ich sehe, dass Leute manchmal neue Herausforderungen brauchen. Das ist in unserem Geschäft nichts Außergewöhnliches." Nachfolger von Laurenz wird Heinz Paschen werden, der bislang die Abteilung Konstruktion und Berechnung geführt hat.