GP von Indianapolis "Das ist beeindruckend"
Indianapolis - Vor dem ersten Formel-1-Grand-Prix seit 1991 auf amerikanischen Boden hat sich das Fahrerfeld begeistert über den eigens dafür umgebauten Kurs in Indianapolis geäußert. Michael Schumacher, der vor dem 15 von 17 WM-Läufen inspizierte die Strecke in gewohnter Weise auf einem knallroten Motorroller und hob anschließend den Daumen, ob des Zustands der Anlage.
"Das Gelände ist beeindruckend", so Schumacher. "Es gibt hier unheimlich Platz." Auf dem Roller tuckerte er über die Runde, hielt immer wieder an, betrachtete die Reifenstapel in den Auslaufzonen und untersuchte die Asphaltdecke. Wenig später fuhr Schumacher in einem Pacecar nochmals über die Strecke.
Wie die meisten seiner Kollegen hat sich Schumacher per Computersimulation auf das Rennen vorbereitet. So wichtig eine solche Konditionierung sein mag, so wenig sagt sie letztendlich aus. "Bis wir mit dem Rennauto auf der Strecke sind, wissen wir eigentlich nicht so recht, was uns erwartet", gibt Schumacher zu.
Neu wird die Steilkurve kurz nach dem Start sein, die zu dem traditionellen Original-Rundkurs gehört und die in die Formel-1-Strecke integriert wurde. Unter den Fahrern flösst sie manchem gehörigen Respekt ein. BMW-Williams-Fahrer Jenson Button beispielsweise rechnet mit dem einen oder anderen Abflug: "Es könnte ein wenig so zugehen, wie beim Start in Monza. Es ist schon verdammt eng."
Michael Schumachers schärfster Rivale im Kampf um die WM-Krone, der mit zwei Punkten Vorsprung führende Mika Häkkinen, begab sich ebenfalls zu Fuß und per Streckenwagen auf den Kurs. "Ich denke, es ist gut beides zu machen", sagte der Finne. "Um die Charakteristik der Strecke zu verstehen, muss man das tun. Da ein Teil eingelassen ist, muss genau betrachten, wie tief diese Kurven sind und ob man spezielle Linie fahren kann. Auch, um zu sehen, an welchen Stellen die Asphaltdecke uneben ist."
Der innerhalb des traditionellen Kurses gelegene Teil der Formel-1-Strecke ist im Vergleich zu anderen eher langsam, dafür gehört der Teil, der im Oval eingebettet ist, zu den schnellsten (Spitzengeschwindigkeit über 350 Km/h) in diesem Jahr. "Dieser Umstand wird dafür sorgen, dass man es sich nicht zu gemütlich macht", weiß Schumacher zu berichten.
Einen kleinen Vorteil gegenüber seinen Kollegen dürfte BAR-Fahrer Jacques Villeneuve haben, der im Jahre 1995 das Indy 500 gewonnen hat. Häkkinen hat schon im Spaß angekündigt, die ersten Trainingsrunden beim Freien Training am Freitag hinter dem Kanadier her zu fahren, um so den Kurs besser kennen zu lernen. Allzu sehr sollte er sich dabei aber nicht auf Villeneuve verlassen, denn in die Steilkurve nach dem Start fuhr Villeneuve im Indy-Car bislang stets in entgegengesetzter Richtung.