GP von Malaysia Aufwärmen für die Hitzeschlacht
Kuala Lumpur - Zwölf Tage nach seinem Auftaktsieg in Melbourne konnten Mika Häkkinen und David Coulthard Michael Schumacher auch im Freien Training vor dem Großen Preis von Malaysia nicht folgen.
Im Ferrari kam der dreifache Weltmeister beim ersten Kräftemessen zwar nur auf Platz zwei hinter dem Italiener Jarno Trulli im Jordan-Honda. Trotzdem gab sich Schumacher, der seinen 46. Grand-Prix-Erfolg und seinen sechsten Sieg in Serie ansteuert, höchst optimistisch: "Es wird zwar enger werden, aber ich gehe davon aus, dass wir die Nase vorn haben werden."
Angst vor der Hitzeschlacht
Neben dem Weltmeister dürften auch Heinz-Harald Frentzen
im Jordan-Honda als Siebter, Ralf Schumacher im BMW-Williams als Zehnter und Nick Heidfeld im Sauber als Zwölfter hoffnungsfroh ins Qualifikations-Rennen um die besten Startplätze gehen. "Wenn es so heiß bleibt, wird es das härteste Rennen des Jahres", fürchtete sich allerdings Frentzen
bereits am Freitag vor der schweißtreibenden Schwerstarbeit am Wochenende.
Mit allen Tricks kämpfen die Fahrer in Kuala Lumpur gegen die
tropische Hitze. Bei fast 40 Grad Celsius hatte sich Schumacher sogar die Ärmel seines Hemds unter dem Rennanzug abgeschnitten, Häkkinen raste mit Kühlhaube über den Kurs. "Die Autos halten durch, dann müssen wir das auch", gab sich Schumacher eher fatalistisch.
Ferrari klar vor den "Silberpfeilen"
Die Klasse des neuen "F2001" unterstrich Ferrari-Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) als Dritter. "Der Rückstand ist erklärbar", sagte Häkkinen, doch der Finne, der neun Zehntelsekunden hinter Schumacher auf Rang vier lag, wirkte ratlos. Auch der Schotte Coulthard (6.) war knapp vier Zehntel
langsamer als der WM-Favorit. Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Wir sind noch nicht so zufrieden, wie wir gern sein wollten."
"Bei McLaren ist mit Sicherheit Feuer unter dem Dach", munkelte bereits der ehemalige Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck. "Sie haben bestimmt nicht damit gerechnet, dass sie von Ferrari so düpiert werden."
Ralf Schumacher mit Problemen
Viel Arbeit hat auch Ralf Schumacher im Williams-BMW vor sich.
"Ich hatte Probleme mit der Fahrzeugabstimmung. Das Auto übersteuert in vielen Kurven sehr stark", sagte der 25-Jährige, bei dem der Unfall von Melbourne indes keine Spuren hinterlassen zu haben schien. Für seinen kolumbianischen Teamkollegen Juan Pablo Montoya kam es hingegen schlimmer: Erst gab es ein Leck an der Benzinpumpe, dann einen Defekt an der Lichtmaschine.
Auch für Heidfeld, in Melbourne Überraschungs-Vierter, läuft es noch längst nicht optimal. "Wir können trotzdem optimistisch sein", erklärte er. Dafür gab Frentzen, der mit seinen Vorwürfen in Sachen Traktionskontrolle in Richtung Schumacher für Wirbel gesorgt hatte, kräftig Gas. Sein Teamkollege Trulli sorgte gar als Tagesbester für eine Überraschung und meinte: "Es war ein guter Tag, aber es ist erst Freitag."
Von Volker Gundrum, dpa