Grand Prix von Bahrein Schumacher setzt Siegesserie fort
Sakhir - Schumacher gewann heute Nachmittag den Großen Preis von Bahrein. Der Titelverteidiger, der vor 40.000 Zuschauern am International Circuit in Sakhir den 73. Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere feierte, hatte bereits die beiden ersten Rennen in Australien und Malaysia für sich entschieden. Der von der Pole Position gestartete Schumacher benötigte für die 57 Runden (308,769 Kilometer) 1:28:34,875 Stunden.
Erstmals feierte der 35-Jährige auf dem Siegerpodium mit einem alkoholfreien Ersatz-Champagner aus Granatäpfeln und Rosenwasser - aus Rücksicht auf das muslimische Gastgeberland. "Das duftet ganz gut. Nach dem Champagner riechen wir meistens etwas seltsam, aber heute sind wir fein parfümiert", sagte Schumacher, "das war ein ganz, ganz fantastisches Wochenende." Zuletzt war der Rekordweltmeister 2000 auf dem Weg zu seinem ersten Ferrari-Titel zu Saisonbeginn ein Hattrick gelungen. Besser war er nur 1994. Damals gewann Schumacher im Benetton die ersten vier Rennen und wurde am Ende des Jahres zum ersten Mal Weltmeister.
"Das war ein ein großer Schritt Richtung WM-Titel, da die Konkurrenz nicht gepunktet hat", stellte Schumacher mit Genugtuung fest, "wir hatten mit einem engeren Rennen gerechnet. Ich bin etwas überrascht, dass die Gegner hier nicht mithalten konnten." Platz zwei auf dem 5,417 Kilometer langen Wüstenkurs in Sakhir erreichte Schumachers Teamkollege Barrichello. Der Brasilianer hatte im Ziel einen Rückstand von 1,367 Sekunden.
In Melbourne zum Saisonauftakt hatte es ebenfalls einen Ferrari-Doppelsieg gegeben. Ferrari-Technikchef Ross Brawn blieb dennoch bescheiden: "Ich würde nicht sagen, dass wir unschlagbar sind, das wäre tödlich." Jenson Button kam im B.A.R-Honda auf Rang drei. Der Brite hatte bereits vor zwei Wochen in Malaysia einen Podiumsplatz erreicht. Vierter wurde der Renault-Pilot Jarno Trulli, dessen Teamkollege Fernando Alonso kam nicht über den sechsten Platz hinaus.
Die Krise bei McLaren-Mercedes erreichte in Sakhir einen neuen Höhepunkt. Vizeweltmeister Kimi Räikkönen schied bereits in der neunten Runde mit einem Motorschaden aus. Eine große Stichflamme am Heck seines Boliden war das Symbol einer bislang total verkorksten Saison. Schon die beiden ersten WM-Läufe hatte der junge Finne vorzeitig beenden müssen. Der zweite Silberpfeil mit David Coulthard kam ebenfalls nicht ins Ziel. Für den Schotten war sechs Runden vor Schluss Feierabend, ebenfalls wegen technischer Probleme.
"An mir liegt es nicht. Ich fahre nicht plötzlich langsamer als letztes Jahr", war Räikkönen ratlos, "ich möchte das Wochenende schnell vergessen und auf den Rest des Jahres schauen." Lösungen für die Krise hat auch Mercedes-Motorchef Norbert Haug nicht. "Das Wochenende war schmerzhaft", lautete dessen lapidarer Kommentar, "wir müssen unser technisches Paket besser und zuverlässiger machen. Und am besten nicht in vier Monaten, sondern in vier Wochen." Mit vier Punkten ist McLaren-Mercedes derzeit nur Fünfter in der Konstrukteurswertung.
BMW-Williams abgeschlagen
Eine enttäuschende Vorstellung lieferte auch BMW-Williams. Ralf Schumacher wurde Siebter, wegen einer frühen Kollision verspielte der Deutsche eine Spitzenposition. Schumacher musste in der siebten Runde nach einem Crash bei einem Überholmanöver mit B.A.R-Pilot Takuma Sato ins Sandbett und danach zur Reparatur seines Fahrzeugs an die Box. Dadurch fiel er zwischenzeitlich vom 5. auf den 18. Rang zurück. "Für das, was passiert ist, bin ich mit den zwei Punkten noch gut davongekommen", sagte Schumacher, "schade, heute hätte es locker fürs Podest gereicht."
Zur Ferrari-Dominanz konnte Ralf Schumacher nichts sagen: "Ich bin die ganze Zeit hinten rumgekrochen und weiß gar nicht, was da vorne passiert ist." Dessen BMW-Williams-Teamkollege Juan Pablo Montoya büßte wegen eines Getriebeschadens gegen Rennende einen scheinbar sicheren Podiumsplatz ein und wurde bis auf Rang 13 durchgereicht. "Nach unserem guten Qualifying hat man gesehen, dass Ferrari im Rennen nach wie vor eine Klasse für sich ist", musste BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen einräumen.
Nick Heidfeld konnte im Jordan erwartungsgemäß nicht in den Kampf um Punkte eingreifen. Der Deutsche wurde nur 15., konnte sich aber darüber freuen, diese Saison erstmals ins Ziel gekommen zu sein. Nach dem 3. von 18 WM-Läufen führt Michael Schumacher mit 30 Zählern die Fahrerwertung vor Barrichello (21), Button (15) und Montoya (12) an. Der nächste Grand Prix ist das Ferrari-Heimrennnen am 25. April in Imola.