Grand Prix von Frankreich Frentzen muss zuschauen
Magny-Cours - "Frentzen wollte es, Jordan wollte es, aber sein Management ist eingeschritten. Sie erlauben seine Teilnehme wegen möglicher rechtlicher Probleme nicht", erklärte Jordan-Sprecherin Helen Temple am Sonntagvormittag.
Die Anwälte hatten Frentzen abgeraten, für seinen früheren Rennstall (1999 bis 2001) den elften WM-Lauf in Magny-Cours am Sonntag zu bestreiten. Sie befürchteten, dass der 35-Jährige dann finanzielle Ansprüche gegenüber seinem derzeitigen Arrows-Teamchef Tom Walkinshaw nicht mehr geltend machen könnte.
"Vertragliche Hindernisse konnten nicht überwunden werden", hieß es in einer Pressemitteilung des Frentzen-Clans. Angeblich schuldet Walkinshaw Frentzen noch dessen gesamtes Gehalt in Höhe von 500.000 Dollar und die Prämien für zwei WM-Punkte. Mit Jordan gibt es allerdings auch Streit. So sollen Frentzen noch rund 7,5 Millionen Euro wegen der fristlosen Kündigung durch Eddie Jordan vor einem Jahr zustehen.
Fia-Rennkommissare hatten grünes Licht gegeben
Damit stand fest, dass Frentzen im Großen Preis von Frankreich nicht den etatmäßigen Jordan-Fahrer Giancarlo Fisichella ersetzte. Der Italiener hatte nach einem schweren Unfall im Freien Training am Samstag auf den Start verzichtet.
Die Fia-Rennkommissare hatten am Samstagnachmittag grundsätzlich gestattet, dass Frentzen nach seiner verpassten Qualifikation mit Arrows für Fisichella einspringen könnte. Allerdings hätten alle anderen Teams dieser Sonderlösung - laut Fia ein Fall von "höherer Gewalt" - noch schriftlich zustimmen müssen.
Frentzen zu Jordan? Oder zu Toyota?
Frentzen war im Zeittraining am Samstag ebenso wie sein Arrows-Kollege Enrique Bernoldi offenbar auf Teamanweisung zu langsam gefahren und hatte die Qualifikation für das Rennen nicht geschafft. Arrows, das nur pro forma angetreten war, um nicht seine Ansprüche auf Formel-1-Gelder zu verlieren, verhandelt derzeit mit Investoren über eine Übernahme des angeblich mit 100 Millionen Euro verschuldeten Rennstalls.
"Es war eine Entscheidung des Managements", sagte Frentzen lakonisch, "das war's dann eben. Ich fahre jetzt nach Hause." Ins Detail wollte der Deutsche jedoch nicht gehen. "Ihr habt ja gesehen, was wir gemacht haben. Ich glaube, wir haben hier unsere Mission erfüllt", sagte Frentzen, der schon vor der endgültigen Entscheidung die Heimreise nach Monte Carlo angetreten hatte und kommende Saison wieder für Jordan fahren soll.
Die "Bild am Sonntag" berichtet hingegen von einem sofortigen Wechsel zu Toyota. Frentzen soll bereits beim nächsten Rennen am 28. Juli in Hockenheim für die Japaner fahren, die angeblich den derzeitigen Piloten Allan McNish (Schottland) feuern wollen. Als Jahresgehalt soll Frentzen fünf Millionen Euro kassieren.