Großer Preis von Frankreich Michael Schumachers Jubiläumssieg
Magny-Cours - Zwar verlor Michael Schumacher das Startduell beim Großen Preis von Frankreich auf dem 4,251 Kilometer langen Kurs von Magny-Cours gegen seinen Bruder Ralf Schumacher im BMW-Williams, danach aber hatte der Ferrari-Pilot keine größeren Probleme mehr, sein sechstes von zehn bisher gefahrenen Saisonrennen vor seinem Bruder und Ferrari-Teamkollege Rubens Barrichello zu gewinnen.
Vierter wurde der Schotte David Coulthard (McLaren-Mercedes), der eine besseres Resultat durch eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe wegen Überschreiten des Tempo-Limits in der Boxengasse verpasste. Noch bitterer verlief der Sonntag für Coulthards Stallgefährten Mika Häkkinen. Kurz vor Beginn der Aufwärmrunde starb der Motor im "Silberpfeil" des Finnen ab. Das Auto musste in die Box geschoben werden, Häkkinen nahm das Rennen nicht mehr auf.
Heidfeld wieder in den Punkten
Erfreulich aus deutscher Sicht war der sechste Platz von Nick Heidfeld, der mit Rundenrückstand seinen bisher herausgefahrenen acht Zählern einen weiteren WM-Punkt hinzufügen konnte. Heinz-Harald Frentzen beendete das Rennen, das er vor zwei Jahren für Jordan noch hatte gewinnen können, auf Rang acht.
Für Michael Schumacher war es in Magny-Cours bereits der fünfte Sieg nach 1994, 1995, 1997 und 1998. Vor 120.000 Zuschauern bot der 32-Jährige wieder einmal eine fehlerfreie fahrerische Vorstellung, als entscheidend für seinen Erfolg aber machte Schumacher vor allem die von Ausrüster Bridgestone bereitgestellten Pneus aus. "Der neue Reifen hat uns heute zum Sieg geführt", erklärte der Weltmeister, die Mischung habe "hervorragend gehalten".
Schlechter Boxenstopp und schlechte Reifen
Das konnte der Zweitplatzierte Ralf Schumacher nicht unbedingt behaupten. Nachdem er zu Beginn des Rennens Probleme mit der Bremskraft auf der Hinterachse gehabt habe, sei nach dem ersten Boxenstopp mit den zweiten Satz Reifen schließlich "gar nichts mehr gegangen". In der 24. Runde war der jüngere der beiden Schumachers zum ersten Stopp in die Box gekommen. Dort stand er 10,3 Sekunden, was zu lange war, um die Führung zu behaupten.
Nur eine Runde später benötigte sein Bruder für das gleiche Manöver gerade einmal 7,7 Sekunden und kehrte vor Ralf zurück auf die Piste. In der 30. Runde übernahm der Ferrari-Pilot schließlich erstmals die Führung, nachdem alle Spitzenfahrer einen Boxenstopp absolviert hatten. Und während Michael Schumacher gemütlich Richtung Zielflagge schnurrte, musste sich sein Bruder den Attacken von Coulthard und später von seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya erwehren. Montoya musste seinen BMW-Williams in der 52. Runde an dritter Stelle liegend in die Box schieben.
Sieben Rennen vor Ende der Saison führt Michael Schumacher in der WM-Fahrerwertung nun deutlich mit 78 Punkten vor Coulthard (47) und Ralf Schumacher (31). Vierter ist Rubens Barrichello mit 30 Zählern. Das nächste Rennen findet am 15. Juli im englischen Silverstone statt.