Haugs Warm-up "Ferrari ist im Vorteil"
SPIEGEL ONLINE: McLaren-Mercedes wird als Konsequenz aus dem Abzug aller Konstrukteurspunkte in der vergangenen Saison nun doch an das Ende der Boxengasse versetzt ist dieser Platz ein Nachteil am Sonntag beim Großen Preis von Bahrain (13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE)?
Haug: Nein. Vom Ende der Startaufstellung aus kann man nicht gewinnen, vom Ende der Boxenstrasse allerdings schon. Auch auf diesem Platz konzentrieren wir uns voll und ganz auf unsere Aufgaben, um die Saison so fortzusetzen, wie wir sie begonnen haben, und möglichst dort abzuschließen, wo wir augenblicklich in der Fahrer- und der Konstrukteurs-Weltmeisterschaftstabelle stehen.
SPIEGEL ONLINE: Bislang hatten Sie trotz des letzten Platzes der Konstrukteurswertung Ihre angestammten Plätze in der Boxengasse behalten dürfen finden Sie es angemessen, dass die Fia nun auf den Umzug besteht?
Haug: Wir haben 2007 mit unseren beiden Fahrern mehr Punkte als jede andere Mannschaft gemacht. Diese wurden uns in der Konstrukteurswertung aberkannt, nicht aber in der Fahrerweltmeisterschaft, in der Lewis Hamilton und Fernando Alonso letztlich in der Endabrechnung jeweils einen Punkt weniger hatten als Weltmeister Räikkönen. Bei den ersten beiden Übersee-Grand Prix in Australien und Malaysia wurden wir als fünftes Team mitten in der Boxenstrasse plaziert und jetzt - den geltenden Regularien entsprechend - am Ende und damit unmittelbar an der Ausfahrt zur Rennstrecke. Das akzeptieren wir.
SPIEGEL ONLINE: In Melbourne dominierte Lewis Hamilton, in Sepang Kimi Räikkönen wie entscheidend ist das Rennen in Bahrain für den weiteren Verlauf der Saison?
Haug: Die beiden ersten Rennen sahen eine Überlegenheit von Vodafone McLaren-Mercedes in Australien und von Ferrari in Malaysia. Beide Teams hatten bis jeweils über die Rennhalbzeit hinaus die Doppelführung inne - in Australien machte dann die dritte Safety Car Phase unseren möglichen Doppelsieg zunichte, in Malaysia ein Fahrfehler, wie Ferrari berichtete. BMW hat sich bei beiden Rennen mit zwei zweiten Plätzen gut in Szene gesetzt und wird nach meiner Einschätzung fortan aus eigener Kraft siegfähig sein.
SPIEGEL ONLINE: Ist Ferrari in Bahrain der Favorit? Das Team hat dort im Winter getestet, und die Strecke mit den langen Geraden und engen Kurven erinnert eher an Sepang als an Melbourne ein Vorteil für die Roten?
Haug: Aus meiner Sicht ja. Ferrari hat auch im letzten Jahr in Bahrain gewonnen - aber wir gewannen im letzten Jahr in Malaysia und in diesem Jahr nicht. Die Formel-1-Sieger der ersten beiden Rennen hatte jedenfalls kaum einer vorausgesagt, schon gar nicht die Podiumsplazierungen. Es wird spannend bleiben, und wir arbeiten hart, um unsere augenblickliche Position in der Tabelle zu behalten.
Die Fragen stellte Jörg Schallenberg.