Heinz-Harald Frentzen: Zwei weitere Jahre bei Jordan - DER SPIEGEL
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Heinz-Harald Frentzen Zwei weitere Jahre bei Jordan

Wenig überraschend hat der Mönchengladbacher seinen Vertrag bei Jordan verlängert. Dabei ging es ihm nicht nur ums Geld, sondern auch um die Aussicht auf einen leistungsstärkeren Motor.
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Hockenheim - Für Heinz-Harald Frentzen geht schon vor dem Formel-1-Heimspiel in Hockenheim die Post ab. Nach vierwöchiger Bedenkzeit hat der Mönchengladbacher seinen Vertrag beim britischen Jordan-Team bis zum Saisonende 2002 verlängert. "Jetzt kann ich es verraten: Ich fahre auch in den nächsten beiden Jahren für Jordan. Und mit Honda, das uns ab 2001 neue Werksmotoren liefern wird. Mit den Japanern haben wir sehr entschlossene Partner", sagte Frentzen, der die Vertragsverlängerung ursprünglich erst vor dem Großen Preis von Deutschland am Sonntag (14 Uhr/live in Premiere World und RTL) verkünden wollte.

Frentzens Jahresgage soll auf 18 Millionen Mark angehoben und damit fast verdoppelt werden. Über die Entscheidung des 33 Jahre alten Deutschen dürfte sich auch die Deutsche Post AG freuen, die ab dieser Saison als Sponsor rund 20 Millionen Mark bezahlt, damit das Firmenlogo (Posthorn) auf den beiden gelben Jordan-Rennern von Frentzen und seinem Teamkollegen Jarno Trulli (Italien) klebt.

Vor der Unterschrift hatte Frentzen immer wieder betont, dass nicht das Geld die ausschlaggebende Rolle gespielt habe. Wichtiger sei ihm die Entwicklung auf dem Motorensektor gewesen. Dort wird Jordan ab 2001 ebenso wie das BAR-Team von Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (Kanada), der seinerseits erst zwei Tage zuvor für drei weitere Jahre verlängerte, von Honda werksseitig beliefert.

Beide Rennställe erhalten künftig das gleiche Material, wie die Japaner glaubhaft versichern. Mit rund 830 PS hat Honda nach Ferrari und McLaren-Mercedes (beide jeweils 850 PS) das leistungsstärkste Triebwerk der Formel 1. Bislang musste Frentzen mit dem deutlich schwächeren Kundenmotor aus Hondas Filiale Mugen über die Runden kommen. "Es freut mich natürlich sehr, wie wichtig Honda meine Mitarbeit am neuen Jordan-Projekt ist", berichtete Frentzen voller Stolz.

Frentzen geht somit in seine dritte Saison mit Jordan, obwohl es auch andere Angebote gab. Vor allem Jaguar-Chef Wolfgang Reitzle hat Interesse an einem deutschen Fahrer bekundet. Die Jaguar-Offerte wäre mit angeblich rund 50 Millionen Mark für zwei Jahre deutlich lukrativer gewesen. Auch das Sauber-Team, für das Frentzen 1994 sein Formel-1-Debüt gab und für insgesamt drei Jahre fuhr, soll Interesse an einer Rückkehr des Mönchengladbachers gezeigt haben.

In dieser Saison läuft es für Jordan längst nicht nach Wunsch. Nachdem Frentzen 1999 als WM-Dritter insgesamt 54 Punkte geholt und damit große Erwartungen geweckt hatte, fährt er in diesem Jahr weit abgeschlagen hinterher. Technische Probleme rissen Frentzen, der in seiner Karriere bisher die Grand Prix in Imola 1997 (Williams) sowie Magny-Cours und Monza 1999 gewann, früh aus allen Träumen.

"Wir wollen uns als dritte Kraft etablieren, das ist ganz klar unser Ziel", hatte Frentzen vor der Saison gesagt. Doch dann kam alles ganz anders: Nach zehn Rennen hat der Mönchengladbacher nur fünf Punkte auf dem Konto, sieben zumeist unverschuldete Ausfälle machten seinen Plänen schnell einen Strich durch die Rechnung.

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