Indy-Farce Michelin gesteht Fehler ein
Paris - "Die Reifen haben nicht einfach so Luft verloren, sondern waren ungenügend an die extremen Bedingungen in Kurve 13 angepasst", sagte Michelin-Chef Pierre Dupasquier, "wir haben die in diesem Jahr herrschenden Verhältnisse unterschätzt."
Der Formel-1-Grand-Prix vor acht Tagen auf der berühmtesten Rennstrecke der Welt verkam vor 110.000 Zuschauern zu einer Farce, weil die sieben, mit Michelin-Reifen ausgerüsteten Teams - Renault, McLaren-Mercedes, BMW-Williams, Toyota, Red Bull, Sauber, BAR-Honda - wegen Sicherheitsbedenken nach der Einführungsrunde in die Boxengasse fuhren. Das Rennen fand zur großen Verärgerung der Fans nur mit sechs Autos statt.
Michelin unterstrich in seiner Erklärung aber auch, dass es auf den anderen 18 Formel-1-Strecken im Rennen-Kalender 2005 keine vergleichbaren Verhältnisse gebe und zudem Tests vor dem Rennen nicht möglich gewesen seien. Das sollte in Zukunft dringend geändert werden, mahnte Dupasquier an.
Unterdessen schließt Fia-Präsident Max Mosley eine Rennsperre für die nicht gestarteten sieben Formel-1-Teams nicht aus. "Wenn sich herausstellt, dass die Schuld einiger Teams auf einem bestimmten Niveau liegt, ist eine Sperre gerechtfertigt", sagte der Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes (Fia) in einem Gespräch mit der englischen Tageszeitung "The Guardian". "Es gibt auch mehrere andere Möglichkeiten - einen Punkteabzug, eine Geldstrafe oder eine Rüge", so Mosley.
An diesem Mittwoch müssen sich die Michelin-Teams vor dem Motorsport-Weltrat der Fia in Paris für ihren Boykott in Indianapolis am 19. Juni rechtfertigen. Beim US-Grand-Prix fuhren nach dem Boykott nur sechs Autos. Ferrari kam durch Michael Schumacher, der seinen ersten Saisonsieg feiern konnte, und den Brasilianer Rubens Barrichello zu einem ungefährdeten Doppelerfolg gegen die drittklassigen Konkurrenten Jordan und Minardi.