Indy-Farce Muss Ecclestone frustrierte Fans entschädigen?
Indianapolis - George, der gemeinsam mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone die Königsklasse 2000 nach Indianapolis geholt hatte, war von den Vorkommnissen geschockt. "Wir teilen die Enttäuschung der vielen Fans, dass wir nicht das aufregende Rennen gesehen haben, das wir erwartet hatten", sagte George und empfahl den Fans, die sich beschweren wollten, sich direkt an Michelin, den Automobil-Verband FIA und die Ecclestone-Firma Formula One Management zu wenden. Dafür veröffentlichte George die entsprechenden Adressen.
"Wir sind monumental enttäuscht, so wie bei keiner Veranstaltung zuvor. Wir fühlen uns wie die Fans als Opfer. Denn die Situation war außerhalb unserer Kontrolle", sagte der Geschäftsführer des Indianapolis Motor Speedway, Joie Chitwood.
Die Zukunft der Königsklasse auf einer der berühmtesten Rennstrecken der Welt, auf der seit 1911 Rennen gefahren werden und seit 2000 auch die Formel 1 zu Gast ist, wollte Chitwood noch nicht in Frage stellen. "Es wäre verfrüht, darüber jetzt zu diskutieren. Aber auf das, was heute passiert ist, waren wir nicht vorbereitet", so Chitwood.
Grand Prix der USA: Aufruhr an der Rennstrecke
Die vertragliche Situation für kommendes Jahr werde man jetzt einschätzen. Die Möglichkeiten rechtlicher Schritte gegen die Formel-1-Verantwortlichen soll in den nächsten Tagen geprüft werden. Streitpunkt sind die vom Veranstalter an die Teams gezahlten Antrittsgelder.
Nach Meinung von Chitwood war das Skandalrennen "ein großer Rückschlag" für die Formel 1 in Amerika. "Wir vom Indianapolis Motor Speedway haben einen großartigen Job gemacht, um diesen Sport in Amerika einzuführen. Ich hoffe, dass alles, was wir in den letzten fünf Jahren getan haben, nicht verloren ist", sagte Chitwood, "wir sind stolz darauf, im Motorsport weltweit zu den Führenden zu gehören. Damit hatte der heutige Tag nichts zu tun."
Bei den Zuschauern vor den Fernsehbildschirmen hingegen weckte der Grand Prix der USA großes Interesse. Obwohl das Rennen mit nur drei startenden Teams zur Farce verkam, fuhr die Formel 1 im Fernsehen gestern Abend dem Konföderationen-Cup davon. 7,52 Millionen Zuschauer verfolgten den Sieg von Michael Schumacher ab 20 Uhr, was einem Marktanteil von 26,7 Prozent entsprach. Das Gruppenspiel zwischen Brasilien und Mexiko (0:1) ab 20.45 Uhr verfolgten hingegen im Schnitt nur 6,14 Millionen Zuschauer (21,2 Prozent).