Interview mit Michael Schumacher "Ich hatte Glück"
Herr Schumacher, nach dem Vier-Stopp-Sieg von Magny-Cours haben Sie das Rennen diesmal mit einer ungewöhnlichen Zwei-Stopp-Strategie gewonnen. Kann Ferrari machen, was es will?
Michael Schumacher:
Ich war begeistert, dass sich unsere Strategie schon so früh ausgezahlt hat. Es war gar nicht der Plan, so zeitig zu führen, aber das Auto war einfach phänomenal.
Die Safety-Car-Phase nach Jarno Trullis Unfall hat aber noch mal alles sehr spannend gemacht.
Schumacher: Es ist dadurch nochmals eng geworden, aber nicht zu sehr. Meine komfortable Führung und der Abstand auf Kimi waren dadurch weg. Ich hatte Glück, dass nach der Freigabe des Rennens zwei andere Fahrer zwischen ihm und mir lagen. So hatte ich die Möglichkeit, meine Reifen auf Temperatur zu bringen. Wäre Räikkönen direkt hinter mir gelegen, hätte ich sicher ein Problem bekommen. Aber letztlich hatten wir einfach das beste Paket.
Wie kommentieren Sie Ihre schier unglaubliche Bilanz von zehn Siegen in elf Rennen?
Schumacher: Es ist eine phantastische Saison, da fehlen auch mir manchmal die Worte. Es ist unglaublich, was mir passiert. Die ganze harte Arbeit der vergangenen Jahre zahlt sich jetzt aus. Wir haben die schmerzhafte Lektion aus der letzten Saison gelernt, als wir die Sache ein bisschen zu leicht genommen haben. Jetzt ist die Motivation unglaublich, jeder treibt jeden an. Ich bin stolz, in diesem Team zu fahren.
Warum war Ihr Teamkollege Rubens Barrichello nicht Ihr größter Konkurrent, wie Sie das vor dem Grand Prix von Großbritannien vermutet hatten?
Schumacher: Er ist für mich deswegen der größte Konkurrent, weil ich auf die Meisterschaft schaue. Dass Kimi so stark war, kam schon etwas überraschend. Das haben wir nicht unbedingt erwartet. Da kann ich nur ein Riesenkompliment aussprechen.
Sie führen überlegen die WM-Wertung an, wann sind Sie zum siebten Mal Weltmeister?
Schumacher: Ich rede erst über Titel, wenn sie perfekt sind. Die anderen Teams haben aufgeholt. Natürlich haben wir eine gute Chance, aber es liegt noch viel harte Arbeit vor uns.
Aufgezeichnet von sid und dpa