Interview mit Ralf Schumacher "Wir greifen weiter an"
Herr Schumacher, wie zufrieden sind Sie nach dem zweiten Platz von Sao Paulo?
Ralf Schumacher:
Trotz des Sieges meines Bruders habe ich die ganze Sache natürlich nicht so genossen, weil wir hier gern gewonnen hätten. Aber ein zweiter Platz ist doch eigentlich nicht so schlecht. Ich hatte einfach keine Chance, an Michael vorbeizukommen.
Wie haben Sie das Bruderduell im letzten Teil des Rennens empfunden?
Schumacher: Obwohl ich schneller als Michael war, ging nichts. Ich bin nie nah genug rangekommen, um auf der Geraden in seinem Windschatten zu sein und einen Angriff zu starten. Ich habe gehofft, Michael wird einen Fehler machen und irgendwann zu spät bremsen. Aber diesen Gefallen hat er mir nicht getan, und deshalb hat er verdient gewonnen.
Wie sehen Sie nach dem Rennen die WM-Chancen?
Schumacher: Ich hatte vor dem Rennen gesagt, dass wir uns in Brasilien und Imola einen Vorsprung in der WM erarbeiten sollten. Diesmal hat nicht alles so wie gewünscht geklappt, aber in Imola werden wir es besser machen. Das wird eine spannende WM, und wir greifen weiter an.
Wie bewerten Sie die Kollision von Michael mit Ihrem Teamkollegen Juan Pablo Montoya?
Schumacher: Ich war nicht beteiligt. Aber ich glaube, dass Juan optimistisch war, an dieser Stelle an Michael vorbeizukommen. Aber wenn er so nah dran ist, ist das immer ein Risiko. Da gibt es keinen Grund, auf den anderen sauer zu sein.
Aufgezeichnet von Lars Becker, sid