Interview Schumacher begräbt WM-Traum
Frage:
Herr Schumacher, der WM-Zug scheint nach Ihrem fünften Platz endgültig abgefahren.
Schumacher: Ich glaube nicht, dass ich mich zumindest im Kampf um den Titel noch erwähnen sollte. Es ist ganz klar, wir müssen schneller werden. Wenn das Reifenproblem nicht aufgetreten wäre, dann wäre vielleicht Platz drei drin gewesen.
Frage: Was war das Hauptproblem?
Schumacher: Mit zunehmender Dauer haben die Reifen immer mehr abgebaut. Die Konkurrenz aber ist konstant geblieben und dann sogar schneller geworden. Jenson Button konnte mich ganz normal auf der Strecke überholen. Gegen Juan Pablo Montoya konnte ich sowieso nichts tun. Bei Giancarlo Fisichella war es leider etwas ungewöhnlich. Mitten auf der Geraden gab es plötzlich Benzinzufuhr-Probleme.
Frage: Was ist die Ursache für das Reifen-Desaster?
Schumacher: Der Reifen-Grip ist einfach nicht gut genug. Ich habe aber immer gesagt, dass das Problem nicht nur im Bereich der Reifen zu suchen ist. Wir können sicherlich am Auto noch zulegen. Auf jeden Fall müssen wir auch im Trockenen konkurrenzfähig sein.
Frage: Wie sehen Sie Ihre Chancen beim Rennen am kommenden Sonntag in Budapest?
Schumacher: Natürlich ist nur eine Woche Zeit. Aber es kann immer mal ein Wochenende wie das in Imola dazwischen kommen, wo ich Zweiter geworden bin. Warum das aber in Imola so gut gelaufen ist, wissen wohl weder die Konkurrenz noch wir.
Frage: Wie schwer fällt es, sich angesichts des großen Rückstandes auf den WM-Führenden Fernando Alonso noch zu motivieren?
Schumacher: Es fällt nicht schwer zu kämpfen. Wenn man im Auto sitzt, gibt man immer hundert Prozent. Man versucht halt, aus den Möglichkeiten, die man hat, das Beste zu machen. Das ist auch eine Herausforderung.
Aufgezeichnet von Ulrike Weinrich, sid