Kopfrollen bei Williams Patrick Head muss gehen
Oxford - Der Australier Michael ist der neue Hoffnungsträger im deutsch-britischen Team. Der 33-Jährige, der 2001 zu BMW-Williams kam und zuvor bei Lotus und bei Jordan gearbeitet hatte, ist nun verantwortlich für das Design, die Entwicklung und den Einsatz des Rennwagens. "Ich bin sehr froh, dass man mir ein solch großes Vertrauen entgegenbringt", sagte Michael, der zu Beginn seiner Zeit bei BMW-Williams Renningenieur von Ralf Schumacher war.
BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen begrüßte die Änderungen bei Partner Williams und die Vertiefung der Zusammenarbeit: "Als wir uns vor einem Jahr entschieden, die Partnerschaft zu erweitern, stimmten wir überein, dass ein Ziel sein würde, beide Seiten zu einer Einheit zusammenzuführen. Die neue personelle Organisation bei Williams ist ein wesentlicher Schritt zu diesem Ziel."
Head, Williams-Mitbegründer und mit 30 Prozent an dem Rennstall beteiligt, zieht sich aus dem Alltagsgeschäft weitgehend zurück und rückt auf den neu geschaffenen Posten des "Director of Engineering". Der 57-Jährige übernimmt damit die Gesamtverantwortung für den Ingenieursbereich. Er soll sich um langfristige technische Strategien des britischen Rennstalls kümmern. Head trat Spekulationen entgegen, nach der Räumung des neben dem Teamchef einflussreichsten Postens als Technikchef würde er sich allmählich zurückziehen. Er werde Sam Michael weiter beratend zur Seite stehen, betonte Head.
Der Personalwechsel kam nicht mehr überraschend. Nach dem mäßigen Saisonstart war vor allem Head in die Kritik geraten. Der Rennwagen FW26 ist derzeit kaum siegfähig. Auch der Automobil-Konzern BMW, dessen Motor als der leistungsfähigster in der Formel 1 gilt, war unzufrieden mit der bisherigen Bilanz. BMW-Technikvorstand Burkhard Göschel hatte Ende April bereits festgestellt: "So geht es nicht weiter. Es muss sich etwas ändern, und zwar schnell. Wir werden Williams jetzt auch in ihren Hoheitsgebieten unterstützen."
Head hatte vor dem Großen Preis von Monaco am vergangenen Sonntag zudem mit Äußerungen für Ärger gesorgt, dass Pilot Ralf Schumacher nach seinem schweren Test-Unfall im vergangenen September in Monza nicht mehr richtig in Form sei.