Majestätsbeleidigung Schumacher bremst Kritiker aus
Rom - "Natürlich war das nicht unser Wunschresultat, aber man darf nicht vergessen, dass uns im vergangenen Jahr viele Dinge entgegengekommen sind. Es war uns klar, dass das nicht immer so laufen kann. Und dieses Rennen war nun mal etwas chaotisch", beschrieb Michael Schumacher auf seiner Homepage die Ereignisse des Grand Prix von Australien.
Schumacher hatte am Sonntag durch einen Ausritt sein Auto so beschädigt, dass er an die Box kommen musste und den möglichen Sieg verschenkte. Beim insgesamt 13. Grand-Prix-Erfolg des Schotten David Coulthard im McLaren-Mercedes stand zum ersten Mal nach 53 Rennen kein Ferrari-Fahrer auf dem Siegerpodest.
"Ein Eigentor von Ferrari überschattet den WM-Auftakt. Das Team und die Piloten begehen zu viele Fehler, Strategie und Reifen waren vollkommen falsch. Die Niederlage ist umso enttäuschender, weil sie vermeidbar gewesen wäre", klagte beispielsweise die "Tuttosport".
Reifenwahl bedauert
Trotz der teilweise heftigen Kritik verteidigte Schumacher die Rennstrategie und Reifenwahl des Ferrari-Teams: "Unsere Reifenwahl könnte man im Nachhinein zwar als falsch bezeichnen, aber für uns war es anfangs zu nass, um mit Trockenreifen zu starten. Wir konnten auch nicht ganz am Anfang schon zum Wechseln reinkommen, weil es auf dem gegenüberliegenden Teil der Strecke noch geregnet hat."
Von einem Rückschlag auf seinen Weg zum sechsten WM-Titel wollte Schumacher ohnehin nichts wissen. "Ich kann mit dem vierten Platz zufrieden sein, schließlich ist die Saison noch lang und der WM-Kampf besteht nicht nur aus einem Rennen. Für ein richtiges Bild über die Leistungsstärke der anderen Teams ist es für mich sowieso noch zu früh", sagte Schumacher.
Neuer Ferrari noch in der Testphase
Der Weltmeister wird nun an einem geheimen Ort die Zeit bis zum nächsten Grand Prix in Malaysia (23. März) überbrücken. Das Ferrari-Team wird zeitgleich weitere Test mit dem neuen F2003-GA unternehmen. Ein Einsatz des neuen Ferrari-Boliden in Sepang scheint allerdings ausgeschlossen. "Das Auto ist zu neu. Wir haben noch kein Vertrauen in seine Zuverlässigkeit", nannte Ross Brawn, Ferraris technischer Direktor, einen der Gründe, warum Michael Schumacher auch in den nächsten Rennen mit seinem Vorjahreswagen unterwegs sein wird.