Michael Schumacher "Das war ein kampfloses Duell"
Sie sahen lange Zeit wie der Sieger aus. Wie groß ist die Enttäuschung über den fünften Platz?
Michael Schumacher
: Die zwei WM-Punkte, die ich heute gewonnen habe, können am Saisonende vielleicht nochmal sehr wichtig sein. Ich weiß, wie so eine Saison läuft. Es gibt immer Hochs und Tiefs.
Beim ersten Boxenstopp gab es einen Unfall mit ihrem Chef-Mechaniker Nigel Stepney, den sie umgefahren haben. Was war da los?
Schumacher: Ich habe beim Losfahren gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Als der Mechaniker vor dem Auto das Schild wieder herunternahm, war es aber schon zu spät. Ich habe dann im Rückspiegel gesehen, dass jemand hingefallen ist. Inzwischen hat mir das Team aber gesagt, dass nichts Schlimmeres passiert ist.
Die Schlüsselszene des Rennens war dann der zweite verpatzte Boxenstopp, als Mika Häkkinen Sie in der Boxengasse überholen konnte. Machen Sie dem Ferrari-Team Vorwürfe?
Schumacher: Das war im Prinzip ein kampfloses Duell mit Mika Häkkinen, weil wir ein Problem beim Tanken hatten. Natürlich ist man in diesem Moment enttäuscht und denkt, warum geht es nicht los? Im ersten Augenblick denkt man, jetzt ist alles vorbei. Aber dann überlegt man, sechs Punkte sind auch genug. Was danach noch passiert ist, kann niemand ahnen. Heute hatten wir ein Problem. Aber ich bin sicher, dass wir das bis zum Heimspiel in zwei Wochen auf dem Nürburgring gelöst haben.
Was für ein Problem hatten Sie genau?"
Schumacher: Nach dem zweiten Stopp wusste ich, dass ich keine Chance mehr habe. Der Ferrari hatte einen schleichenden Plattfuß hinten links.
In dieser Phase gab es ein hartes Überholmanöver mit Ihrem Bruder Ralf, von dem Rubens Barrichello profitiert hat.
Schumacher: Ich wollte bei meinem Problem so wenig Zeit wie möglich verlieren. Dass das Rubens die Möglichkeit gegeben hat, zu überholen, war nicht beabsichtigt. Ihn hat es sicher gefreut, für Ralf war das nicht so schön.
Das Gespräch führte Ralf Loweg