Michael Schumacher Rentenvertrag in Sicht
München/Hamburg - Michael Schumacher hat vor seiner Stippvisite in seiner Heimatstadt Kerpen erstmals über einen Renten- Vertrag mit Ferrari gesprochen. Während die Italiener weiter offensiv um die Gunst des Weltmeisters buhlen, denkt Hauptsponsor Marlboro scheinbar über einen Rückzug aus der Formel 1 nach. Der Ausstieg des Geldgebers Philip Morris könnte bei Ferrari zu einigen Problemen führen, denn der Tabakkonzern soll 120 Millionen Mark in die "Scuderia" pumpen und einen nicht unerheblichen Anteil am Gehalt des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters übernehmen.
Nach der Rennfahrer-Karrier zu Fiat?
Diese Meldung schreckt Schumacher indes nicht davon ab, auch nach dem Ende
seiner sportlichen Karriere bei Ferrari mit dem italienischen Team
und dessen Mutterkonzern Fiat verbunden zu bleiben. "Wenn ich es
will, dann gäbe es die Möglichkeit, in der Fiat-Gruppe eine Tätigkeit
aufzunehmen", sagte der Weltmeister dem "Kicker". Festlegen will sich
der Kerpener, dessen Vertrag genau wie der Marlboro-Kontrakt mit
Ferrari bis zum Jahr 2002 läuft, vor seiner zehnten Saison in der
Königsklasse aber noch nicht: "Es macht für mich keinen Sinn, über
Dinge zu reden, die in vielleicht erst fünf Jahren aktuell werden."
Zunächst steht dem 32-Jährigen eine neue Ehrung bevor: In seiner
Heimatstadt Kerpen wird Schumacher an diesem Montag (11 Uhr) von
Bürgermeister Ralf Valkysers im Rathaus empfangen und sich in das
Goldene Buch eintragen. Danach wird der Rennfahrer eine nach ihm
benannte Straße auch symbolisch einweihen. "Das ist eine schöne
Sache", sagte er.
Respekt vor Häkkinen
Drei Wochen vor dem Saisonbeginn am 4. März mit dem Grand-Prix im
australischen Melbourne bekundete Schumacher überraschend seine
Sympathie für seinen finnischen Dauerkonkurrenten Mika Häkkinen. "Er
geht die Rivalität mit mir anders an, und die Art, wie jemand auf
mich zukommt, gebe ich nur zurück. Das ist die Form, in der wir seit
geraumer Zeit ohne größeres Problem miteinander umgehen. Er kann
Niederlagen auch deshalb akzeptieren, weil wir uns respektieren",
lobte Schumacher.
Nachdem sein Rennstall in der vergangenen Woche die Verträge mit
den Team-Verantwortlichen Jean Todt, Ross Brawn und Rory Byrne bis
2004 verlängert und damit die Voraussetzungen auch für ein längeres
Bleiben von Schumacher geschaffen hat, stellte der Star seinem
Arbeitgeber weitere gemeinsame Jahre in Aussicht. "Für mich ist
wichtig, dass ich Stabilität erkenne, die allein die Basis für
weitere Steigerungen ist", erklärte der 32-Jährige.
Die aktuelle Entwicklung bei Ferrari sieht Schumacher sehr
positiv: "Beim Vergleich zwischen Jahresbeginn 2000 und jetzt spüre
ich: Es geht weiter aufwärts." Eine Entscheidung will Schumacher
frühestens nach dem Ende der Saison 2001 treffen.
Von Andrea Wimmer und Volker Gundrum, dpa