Michael Schumacher So stark wie Stallone
Melbourne - Spaß beim Fußball und Gedanken an die Zukunft: Michael Schumacher hat sich mit einer Trainingseinheit beim australischen Fußball-Meister South Melbourne auf den Saisonstart der Formel 1 eingestimmt und zugleich bei den Tifosi die Hoffnung auf eine baldige Vertragsverlängerung bei Ferrari geweckt. "Ich fühle mich pudelwohl, insofern wäre es dumm zu wechseln", sagte der Weltmeister im Interview mit der Illustrierten "Bunte". Fix sei es zwar erst, wenn ein neuer Vertrag unterschrieben sei, aber möglicherweise wird sich Schumacher noch in dieser Saison entscheiden, seinen erst 2002 auslaufenden Kontrakt bei der Scuderia zu verlängern.
Für einen Rentenvertrag bei den Roten sprechen mehrere Dinge. "Das Team ist stabil und wird es nach der Vertragsverlängerung des Teamchefs Jean Todt, des Technischen Direktors Ross Brawn und unseres Chefkonstrukteurs Rory Byrne auch bleiben", erklärte Schumacher: "Das ist für mich schon wichtig." Ferraris Dream Team hatte erst kürzlich im Paket bis 2004 dem Traditionsrennstall das "Jawort" gegeben.
Annäherung an die Ferraristi
Zudem hat Schumacher das Ziel, über einen längeren Zeitraum mit Ferrari große Titel zu gewinnen: "Das verstehe ich unter einer neuen Ferrari-Ära." Auch sein Draht zu den Ferraristi ist durch den Gewinn des seit 21 Jahre ersehnten WM-Titels immer besser geworden. Er finde es außergewöhnlich, dass er inzwischen sogar Ehrenbürger von Modena sei: "Das bedeutet mir sehr viel und bringt mich noch näher an Ferrari und die Fans."
In Brüssel sorgte derweil der Schutzhelm weiter für Wirbel. In der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen dem Kerpener und "Sports Europe - Bell Racing" wird eine Entscheidung nach einer weiteren
Anhörung frühestens am Donnerstag erwartet. Das belgische Unternehmen hatte vor einer Zivilkammer gegen den Ferrari-Piloten geklagt, weil dieser bei Testfahrten in den vergangenen Wochen nicht, wie
vertraglich geregelt, den Helm der Firma getragen habe. Sollte Schumacher vor Gericht verlieren, müsste er über zwei Millionen Mark Strafe bezahlen.
Schumacher suchte am Mittwoch indes den Kontakt zu seiner liebsten Nebenbeschäftigung, zum Fußball. 75 Minuten trainierte er mit Australiens Top-Kickern, die im vorigen Jahr noch bei der Klub-WM in Brasilien dabei waren, schoss dabei ein Tor und erntete viel Lob. "Er versteht das Spiel. Und einige unserer Spieler haben gesagt, dass er noch nicht mal geschwitzt habe", so der PR-Manager des Klubs, Andrew Pirchen.
"Mein Hintern ist kräftiger geworden
Der "Bild"-Zeitung verriet der 32-Jährige: "Seit ich viel Fußball spiele, sind meine Beine und der Hintern kräftiger
geworden. Fußball ist ein gutes Zusatztraining für Formel-1-Fahrer." Neben dem Kicken - zu Hause in der Schweiz beim Drittligisten Echichens - schwört Fitness-Freak Schumacher beim Training auf eine Mischung aus Kraft und Ausdauer: "Ich gehe Bergsteigen, mache Boxtraining oder solche Sachen. Das ist nicht so langweilig wie nur Joggen oder Kraftraum."
Nicht wie ein Bodybuilder aussehen
Dennoch könnte er es sogar mit "Rambo" Sylvester Stallone aufnehmen. "Ich habe ihn mal zufällig im Fitness-Raum eines New Yorker Hotels getroffen. Also, ehrlich: Rein vom Gewicht her, da stemme ich nicht viel weniger als er. Aber er ist natürlich breiter, mehr Bodybuilder. So auszusehen, ist nicht mein Ziel."
Dafür ist der Kerpener, der ein bisschen Eitelkeit zugibt, viel zu stolz auf sein Idealgewicht von 70 bis 71 Kilogramm bei einer Größe von 1,76 Metern, das auch beim Rennfahren Vorteile habe: "Das Auto darf mit Fahrer 600 Kilogramm wiegen. Je leichter ich also bin, desto mehr Ballast können meine Mechaniker gezielt an den Ferrari schrauben."
Von Thomas Straka, sid