Michael Schumacher: Zwei Schoppen mit Mika - DER SPIEGEL
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Michael Schumacher Zwei Schoppen mit Mika

Nach dem vierten Sieg in dieser Saison gab sich der Ferrari-Pilot ausgelassener denn je. Im Anschluss an seinen Triumph beim großen Preis von Europa durfte sogar sein schärfster Rivale mitfeiern.
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Nürburgring - Nach der Regenschlacht vom Nürburgring hat Michael Schumacher sogar mit seinem gefährlichsten WM-Widersacher Mika Häkkinen gefeiert. Bei einer spontanen Party im Zelt von Bernie Ecclestones Chefkoch genehmigten sich die beiden Doppel-Weltmeister ein Bierchen - vergessen war für einen Moment die Rivalität. Als sich die "First Ladies" Corinna Schumacher und Erja Häkkinen dazugesellten, wurde aus der feucht-fröhlichen Runde ein Familientreffen. "Regenkönig" Schumacher war nach seinem ersten Ferrari-Triumph auf dem Nürburgring allerbester Laune. Aber auch der sonst leicht unterkühlte Finne wirkte entspannt. "Der zweite Platz ist für mich keine Katastrophe", versicherte der Silberpfeil-Pilot.

"Schön, wunderschön!", fiel die "Gazzetta dello Sport" am Montag in den Jubelchor der Roten ein. "Schu singt im Regen", titelte der englische "Daily Star" - "Schumi eine Rakete im Regen", befand "Il Messaggero" - "Schumacher war perfekt", meinte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. Sogar Clay Regazzoni, ein scharfer Kritiker der Scuderia und des Deutschen, sparte nicht mit Lob. "Kaum fallen zwei Regentropfen, zieht Schumacher an Häkkinen vorbei", sagte der frühere Ferrari-Star. Bundeskanzler Gerhard Schröder, am Sonntag erstmals bei einem Formel-1-Rennen zu Gast, traut dem Rheinländer nun den Titel zu: "Es sieht jetzt wohl so aus, dass Michael Schumacher die Weltmeisterschaft dieses Jahr schaffen wird - und es ist ihm auch zu gönnen."

"Wir sind in einer guten Situation", hatte Schumacher nach seinem vierten Saisonsieg verkündet. "Jetzt haben wir einen großen Vorsprung. In den Jahren zuvor war das Gegenteil der Fall. Ich hoffe, dass wir den Vorsprung bis zum Saisonende halten können." Den 40. Sieg möchte er am liebsten beim Großen Preis von Monaco am 4. Juni landen. Der winkelige Stadtkurs im Fürstentum ist eine klassische Fahrerstrecke, dort hat der "Steuer-Fachmann" schon viermal gewonnen.

Die Konkurrenz sieht trotz der Niederlage keinen Grund zur Resignation. "Wir geben nicht auf", erklärte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "18 Punkte in elf Rennen aufzuholen, das ist kein Ding der Unmöglichkeit", kommentierte der Schwabe den aktuellen Zwischenstand der WM-Wertung: Schumacher 46, Häkkinen 28, David Coulthard 24, Rubens Barrichello 16 Punkte. "Im Regen ist der Michael immer noch der Maßstab. Aber alle haben auf dem Nürburgring gesehen, dass Mika in der gleichen Liga gespielt hat", sagte Haug.

"Wir haben das Handicap der beiden punktlosen Rennen", verwies der Mercedes-Mann auf den schlechten Saisonstart. "Aber 52 Punkte in den vergangenen vier Rennen können sich durchaus sehen lassen. "Damit sind wir auf einem guten Weg." McLaren-Teamchef Ron Dennis war der gleichen Meinung und sprach von einer "gewissen Beständigkeit". Dabei hätte das Regenrennen für die Silberpfeile eigentlich noch besser laufen können. Doch der Zweitplatzierte Häkkinen wurde beim Überrunden ständig aufgehalten; Pole-Mann Coulthard fuhr auf Platz drei, obwohl sein Rennauto "mehr auf trockene Bedingungen abgestimmt" war.

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