Monza : Häkkinens Eiertanz - DER SPIEGEL
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Monza Häkkinens Eiertanz

Vier WM-Läufe vor Saisonende sehen viele Titelverteidiger Mika Häkkinen bereits als neuen Weltmeister. Aber der zuletzt hoch gelobte WM-Führende muss am Sonntag in Monza auf ungeliebtem Terrain fahren.
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Monza - Obwohl Mika Häkkinen in der WM-Fahrerwertung mit sechs Punkten Vorsprung vor Ferrari-Pilot Michael Schumacher führt und ein Großteil der Fachwelt ihn mittlerweile als den besseren Fahrer ansieht, fährt der finnische Titelverteidiger mit gemischten Gefühlen nach Monza. Zum einen weckt Italien unangenehme Erinnerungen. Zum anderen fühlt sich Häkkinen unwohl in der Rolle des Gejagten.

"Am Wochenende bin ich nicht der Fahrer, der in Belgien triumphiert hat, sondern der Fahrer, der in Monza noch nicht gewonnen hat", erinnerte der McLaren-Pilot im Fachblatt "Motorsport aktuell" daran, dass ihm der Königliche Park von Monza nicht gerade liegt. Acht Versuche hat der Finne bisher unternommen, auf der Ferrari-Heimstrecke zu siegen, allesamt vergeblich.

Besonders den letzten Versuch im Vorjahr dürfte der 31-Jährigen noch bestens vor Augen haben: Nach einem fatalen Schaltfehler von Häkkinen zog Heinz-Harald Frentzen im Jordan an dem Mercedes des Finnen vorbei und schnappte ihm den schon sicher geglaubten Sieg vor der Nase weg. Nach dem Rennen zog sich Häkkinen hinter einen Busch zurück und weinte bitterlich.

Doch nicht nur seine schlechte Italien-Bilanz - Häkkinen hat auch in Imola noch nie siegen können -, sondern selbst seine Pole Position in der Fahrerwertung nährt die Skepsis des amtierenden Weltmeisters. "Wenn du führst, gehst Du ständig auf Eiern. In der Rolle des Jägers pfeifst Du auf so etwas, du willst nur den Führenden überholen", sinnierte Häkkinen über die Nachteile seiner Ausgangsposition vor Monza. "Eigentlich finde ich die Rolle des Jägers angenehmer."

Allen Bedenken zum Trotz ist Häkkinen vor dem Trip nach Monza jedoch keineswegs verzweifelt. Im Gegenteil, der Titelträger der beiden letzten Jahre will sich von den unangenehmen Erinnerungen und einer "zu negativen Denkweise" lösen und gibt sich selbstbewusst: "Ich kann überall gewinnen."

Besonders angesichts der Zuverlässigkeit seines Autos scheint diese Äußerung durchaus angebracht. Das denkt auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Wir haben im Moment einen guten Lauf. In elf Rennen in Folge immer im Ziel und sogar auf dem Podium zu sein, ist eine Leistung, die man nicht jede Saison schafft." Doch auch der Schwabe übt sich in Vorsicht: "Wenn man auf die Statistik schaut, haben wir insgesamt weniger Ausfälle als Ferrari. Deswegen gibt es für uns aber keinen Grund abzuheben."

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