Motorrad: Waldmann hat wieder die Spitze im Visier - DER SPIEGEL
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Motorrad Waldmann hat wieder die Spitze im Visier

Ralf Waldmann hat seine Kritiker Lügen gestraft und mit einem vierten Rang in Malaysia seine Aufholjagd in Richtung Weltmeisterschaft gestartet.
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Sepang - Ralf Waldmann (Ennepetal) kommt im Kampf um die Motorrad-Weltmeisterschaft langsam in Fahrt und hat die Weltspitze wieder im Visier. Zwar verfehlte der Aprilia-Pilot beim Großen Preis von Malaysia in Sepang am Sonntag in der Klasse bis 250 ccm als Vierter die Podestplätze, doch kündigte der 33-Jährige nach dem verpatzten Saisonstart in Südafrika eine Aufholjagd an: "Ich kann nach wie vor mit der Spitze mithalten. Das werde ich beweisen. Ich zähle noch nicht zum alten Eisen."

Waldmanns Rückstand auf den Japaner Shinya Nakano (Yamaha), der bereits seinen zweiten Sieg feierte, betrug nach 20 Runden auf dem 5,548 km langen Sepang Circuit 17 Sekunden. Vor zwei Wochen in Welkom war Waldmann von Nakano noch um 58 Sekunden deklassiert worden. In der Gesamtwertung verbesserte sich "Waldi" mit 22 Punkten vom siebten auf den vierten Platz. Im Vorjahr war der Westfale mit zwei Nullern in die Saison gestartet. "Jetzt haben wir schon 22 Punkte. Da ist noch viel möglich", meinte Waldmann.

Waldmanns Teamkollege Klaus Nöhles (Nettetal) stürzte in der ersten Runde, blieb bis auf ein paar Prellungen aber unverletzt. Alexander Hofmann aus Bochum belegte mit seiner Aprilia Rang zehn und sammelte sechs WM-Punkte. "Wir sind auf dem richtigen Weg, Hauruck-Aktionen wird es bei uns nicht geben", sagte Hofmanns Teamchef Dieter Theis. Der Merdinger Mike Baldinger (Yamaha) kam über den 19. Platz nicht hinaus.

Während Nakano an der Spitze einsam seine Runden drehte und vor seinem Yamaha-Markenkollegen Olivier Jacque aus Frankreich souverän gewann, haderte Waldmann mit seinem schlechten Start. Von Position drei ins Rennen gegangen, beendete er die erste Runde als Siebter und arbeitete sich kontinuierlich nach vorn. "Dann habe ich es mit der Brechstange versucht, aber mehr war nicht drin", sagte Waldmann, der sich am kommenden Sonntag im japanischen Suzuka gegen die starken Japaner erneut behaupten muss.

In der Klasse bis 125 ccm unterstrich Honda-Pilot Steve Jenkner aus Hohenstein-Ernstthal mit Platz neun seine gute Form. Zwei Runden vor Schluss war der Sachse noch Siebter, "ein paar kleine Fehler" kosteten ihn zwei Plätze. "Aber mich haben ja keine Nasenbohrer überholt. Ich habe gezeigt, dass ich kontinuierlich in die Top Ten fahren kann", sagte Jenkner. Während der Italiener Roberto Locatelli (Aprilia) durch seinen Sieg die Führung in der Gesamtwertung übernahm, ergatterte Honda-Pilot Reinhard Stolz (Bernau) als 15. seinen ersten WM-Punkt.

In der "Königsklasse" bis 500 ccm, in der kein Deutscher am Start ist, raste Suzuki-Pilot Kenny Roberts Jr. aus den USA zu seinem ersten Saisonsieg. Zweiter wurde wie vor 14 Tagen der Spanier Carlos Checa vor seinem Yamaha-Kollegen Garry McCoy (Australien), der in der WM mit 41 Punkten vor Checa (40) führt. Wegen einsetzenden Regens brach Renndirektor Paul Butler das Rennen nach 15 Runden ab. Zuvor waren die Titelanwärter Loris Capirossi und Valentino Rossi (beide Italien) sowie Weltmeister Alex Criville (Spanien) gestürzt.