Nach Ferrari-Protest: Alonso wütend über Strafe - DER SPIEGEL
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Nach Ferrari-Protest Alonso wütend über Strafe

Der Finne Kimi Raikkönen wird heute beim Grand Prix in Monza von der Pole Position ins Rennen gehen - vor Michael Schumacher. Nach seiner Strafe im Qualifying kritisierte Weltmeister Fernando Alonso unterdessen den Automobil-Weltverband heftig.
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Monza - Michael Schumacher im Pech, Michael Schumacher im Glück. Beim Qualifying für den Großen Preis von Italien (Sonntag 14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) musste der Ferrari-Pilot zunächst den ersten Startplatz im letzten Augenblick des Qualifyings an Kimi Raikkönen (McLaren-Mercedes) abgeben, der die Winzigkeit von zwei Tausendstel Sekunden schneller war als der Deutsche. Weltmeister Fernando Alonso schaffte nach einer Reifenpanne im Renault nur den fünften Startplatz - vorerst.

Denn nach dem Qualifying legte Ferrari Protest ein - weil Alonso Schumachers Teamkollegen Felipe Massa regelwidrig behindert haben soll. Die Rennstewarts gaben dem Einspruch statt und stuften Alonso um fünf Plätze zurück, so dass der Spitzenreiter der Gesamtwertung von Rang 10 ins Rennen gehen muss. Alsonso fühlte sich ob der Entscheidung allerdings verschaukelt: " Wenn das so weitergeht, wie sollen wir da in Zukunft noch Rennen fahren? Ich halte das nicht mehr für einen Sport", schimpfte der Renault-Pilot und stellte den Automobil-Weltverband FIA an den Pranger.

In der Qualifikation am Samstag war Alonso auf dem Weg zu seiner letzten schnellen Runde mit einem Abstand von gut 100 Metern vor Massa hergefahren. Doch die FIA-Rennkommissare konstruierten nach einem Hinweis von Ferrari daraus eine Behinderung und bestraften Alonso. " Es ist schwer, so um eine WM zu kämpfen. Wenn du siehst, wie die Ferrari beim Rennstart in der Türkei machen können, was sie wollen - und wir werden hier für sowas bestraft ...", sagte Renault-Technikchef Pat Symonds.

Für Schumacher bietet der Heim-Grand-Prix in Monza damit die Möglichkeit, seinen Zwölf-Punkte-Rückstand auf den Spanier erheblich zu verkürzen. "Natürlich wäre es sehr schön gewesen, beim Heim-Grand-Prix auf der Pole zu stehen, aber so ist es eine ideale Situation für die Meisterschaft. Schön, dass Fernando so weit hinten ist", erklärte Schumacher: "Ich hoffe, ich kann noch den kleinen Schritt zum Sieg gehen." 1:21,486 Minuten war Schumachers schnellste Runde in einem Herzschlagfinale, das Räikkönen mit der Zeit von 1:21,484 Minuten für sich entschied. Heidfeld feierte mit Rang drei derweil seine beste Platzierung für das neue BMW-Team.

"Es war keine perfekte Runde, aber gut genug für Pole. Ich hoffe, dass das Auto auch gut genug für den Sieg ist", sagte Räikkönen nach der Galafahrt im "Silberpfeil". Zum offenbar perfekten Wechsel zu Ferrari, der am Sonntag verkündet werden soll, wollte Räikkönen noch nichts sagen. Auch Schumacher wehrte alle Nachfragen ab, ob er wie erwartet seinen Helm an den Nagel hängt oder doch als Teamkollege von Räikkönen 2007 bei Ferrari weiterfährt: "Am Sonntag werden es alle wissen. In mir drin ist alles klar, für mich ist die Situation keine Belastung. Ich will einfach den Titel holen."

Dabei könnte dem in der WM-Wertung zwölf Punkte zurückliegenden 37-Jährigen ein Missgeschick von Alonso helfen, der nach einem Reifenschaden einige Teile seines Heckflügels verlor. "Ferrari ist hier Favorit. Wir müssen dieses Rennen einfach überstehen", erklärte der Spanier.

Fahrer drohen mit Boykott

Das vielleicht letzte Ferrari-Heimspiel für Schumacher könnte auch das letzte Rennen in Monza sein, denn die Fahrer drohen wegen erheblicher Sicherheitsbedenken mit einem Boykott für die Zukunft. " Wir sind nicht glücklich mit der Situation. Speziell die zweite Schikane entspricht absolut nicht den Standards", kritisierte Schumacher.

Der Kritik schloss sich auch David Coulthard an. "Die Strecke entspricht nicht mehr den Sicherheitsstandards der Formel 1. Das ist inakzeptabel", sagte der Schotte als einer der Chefs der Fahrervereinigung GPDA. "Monza ist gefährlich. Das ist eine angsteinflößende Strecke", äußerte sich der US-Amerikaner Scott Speed. Die Piloten fordern in zwei Kurven eine Verschiebung der Streckenbegrenzung und Auslaufzonen aus Asphalt statt Kies.

Die bei Mailand gelegene Rennstrecke war in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz tragischer Unfälle gewesen. 1961 starben der deutsche Ferrari-Pilot Wolfgang Graf Berghe von Trips und 15 Zuschauer. 1970 kam der Österreicher Jochen Rindt in Monza ums Leben. Im Jahr 2000 war ein Feuerwehrmann das bis dato letzte Opfer - er war nach einer Massenkollision von einem herumfliegenden Rad getroffen worden.

mt/all/sid

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