Paris-Dakar-Kairo Umleitung wegen Terroristen
Ouagadougou - Die an Abenteuern reiche Rallye Paris-Dakar sorgt auch im neuen Jahrtausend für spektakuläre Schlagzeilen. Nach Terrorismus-Warnungen der Außenministerien in Washington und Paris wurde die für Mittwoch vorgesehene siebte Etappe durch Niger abgesagt. Möglicherweise soll der Tross von rund 1500 Personen über eine Luftbrücke nach Libyen gebracht werden. Unklar bleibt, ob die Fahrt wie geplant am 23. Januar in Kairo enden kann, das erstmals Zielort ist.
416 Teilnehmer hatten sich am 6. Januar eingeschrieben (70 Trucks, 202 Motorräder, 144 Autos). Die Vorjahresdritten Jutta Kleinschmidt (München) und Co-Pilotin Tina Thörner (Schweden) lagen mit ihrem Mitsubishi am Dienstag vor der sechsten Etappe auf Platz sechs. Bereits vor dem Weg von Ouagadougou (Burkina Faso) nach Nigers Hauptstadt Niamey wurden erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. "Die Sicherheit aller Teilnehmer genießt höchste Priorität. Dahinter muss auch der weitere sportliche Ablauf zurückstehen", sagte ein Sprecher der Organisation am Morgen. "Das Feld wird Niamey nicht zur siebten Etappe verlassen, die Chancen für eine Luftbrücke werden geprüft." Aus Washington war am Montag die erste Warnung vor möglichen Terroranschlägen gekommen. Frankreichs Außenministerium bestätigte am Dienstag in einem Telefonat mit den Veranstaltern den Ernst der Lage: "Die größte Gefahr besteht aus Pariser Sicht in Niger", sagte ein Rallye-Sprecher. Auf den ersten Etappen durch den Senegal, Mali und Burkina Faso war es zu keinen Zwischenfällen gekommen. Doch tödliche Unfälle, Raubüberfälle und Begegnungen der ungewöhnlichen Art gehörten fast immer zum Alltag von Paris-Dakar. Erst im letzten Jahr hatten mauretanische Freiheitskämpfer die Fahrer für einige Stunden festgehalten.