Pressestimmen: "Schockwellen durch die Formel 1" - DER SPIEGEL
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Pressestimmen "Schockwellen durch die Formel 1"

100 Millionen Dollar muss McLaren-Mercedes wegen seiner Verwicklung in die Spionage-Affäre zahlen. Es ist die höchste Geldstrafe in der Geschichte des Sports. Die Presse aus dem Ferrari-Land Italien bezeichnet das Urteil des Automobil-Weltverbandes Fia dennoch als zu milde.
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Hamburg - So schreibt der "Corriere della Sera": "McLaren bestraft, die Piloten gerettet. Das ist eine Justiz mit doppelter Heuchelei. Ein schwarzer Tag für den Sport und jeden, der glaubt, in der Formel 1 gebe es noch eine Ethik. Etwas Schlechteres hätte sich die Fia nicht ausdenken können. Man wollte das Image der Formel 1 und die laufende WM retten, deshalb hat man nur das Team bestraft. So aber wird keine Gerechtigkeit erzielt. Diejenigen, die die Formel 1 regieren, denken nur ans Geld."

Als "Farce" bezeichnet "Tuttosport" das Urteil.. Die italienische Tageszeitung vermutet, dass dieser Prozess noch den italienischen Fußball-Skandal übertreffen könnte. Die Sportzeitung "La Gazzetta dello Sport" bewertet das Urteil als "nicht sehr hart" und höhnt: "Schon ab heute können wir in Spa saubere Luft in der Formel 1 atmen."

In die Zukunft blickt "La Repubblica" und erwartet eine Fortsetzung des Skandals: "Schwere Strafe: Die McLaren-Spione bekommen keinen Konstrukteurstitel. Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Was für ein Chaos für 2008. So wird es nie enden." Ähnliches schreibt "Il Secolo XIX": "Dennis muss zahlen, aber der Skandal ist noch nicht beendet."

Erleichterung herrscht in der Presse Spaniens vor: "Fernando Alonso ist gerettet" schreibt "As" und sieht in der Entscheidung sogar positive Elemente für den Weltmeister: "Für ihn bedeutet das Urteil, dass ihm nun die Tür offen steht, sich seines Vetrages bei McLaren entledigen zu können." Es hätte auch noch schlimmer kommen können für McLaren, ist die Meinung der "El País", aber "wirtschaftlich könnte die Strafe den britisch-deutschen Rennstall schwer treffen".

Die "Marca" kommentiert nüchtern: "Riesen-Bußgeld für Alonsos 'Freunde'. Der Preis des Gesetzes: 100 Millionen Dollar. Am Ende ist das passiert, was alle erwartet haben." Eine Frage, die wohl viele interessiert, stellt "Cadena Ser": Das ist der fetteste Strafzettel aller Zeiten. Was passiert nun mit dem ganzen Geld?". Keine großen Worte macht unterdessen "El Mundo": "McLaren k.o., Alonso gerettet". In Großbritannien sind sich die Blätter uneins in der Bewertung der Fia-Entscheidung. "The Sun" freut sich über "freie Fahrt für Lewis Hamilton" und weiß: "Seine Kooperation hat ihm Immunität verschafft und ihn gerettet. Für McLaren ist es ein schwerer Schlag." Ähnlich bewertet "The Times" das Urteil: "Grünes Licht für Hamilton, aber Höchststrafe für McLaren. Die Entscheidung schickt Schockwellen durch die gesamte Formel 1."

"The Telegraph" zieht gar die Zukunft der Rennserie in Zweifel: "Hamilton darf weiter von der WM träumen. Aber er steckt trotzdem in einem Dilemma. Denn hinter seiner Zukunft bei McLaren steht ein großes Fragezeichen. Das gilt für die ganze Formel 1. Es scheint, als liege der Sport in Trümmern."

fsc/dpa/sid

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