Qualifying: Coulthard glänzt beim Regenroulette - DER SPIEGEL
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Qualifying Coulthard glänzt beim Regenroulette

Unter erschwerten Bedingungen konnte sich Silberpfeil-Pilot David Coulthard die Pole Position für den Großen Preis von Deutschland sichern. Zweiter in der immer wieder von Regenschauern gestörten Qualifying-Session wurde Michael Schumacher vor Gian-Carlo Fisichella.
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Hockenheim - Eine Traumrunde vor dem großen Regen hat David Coulthard die zehnte Pole Position seiner Karrriere beschert, und Lokalmatador Michael Schumacher sicherte sich unter dem Jubel seiner Fans in letzter Sekunde Platz zwei. Der schottische McLaren-Mercedes-Pilot legte beim Zeitraining für den Großen Preis von Deutschland in Hockenheim in 1:45,130 Minuten eine phänomenale Bestzeit vor, an die der Ferrari-Fahrer (1:47,063) nur bis auf rund 1,3 Sekunden herankam - allerdings bei deutlich schlechteren Bedingungen.

"Es war ein verrücktes Qualifying, wie jeder gesehen hat", sagte Michael Schumacher nach seinem Husarenritt auf Rang zwei. "Ich hatte mich schon mit Platz vier abgefunden. Aber dann konnten wir doch noch einmal zulegen. Bei diesen Bedingungen ist der zweite Platz ein respektables Ergebnis", meinte der Kerpener, der noch nie im Ferrari in Hockenheim gewonnen hat.

Vor dem elften von 17 WM-Läufen führt der Kerpener mit 56 Punkten die WM-Wertung vor Coulthard (50) und dessen Teamkollegen Mika Häkkinen (48) an. Allerdings könnte der 31-Jährige erstmals in dieser Saison am Sonntag von der Spitze verdrängt werden.

Den dritten Platz holte sich überraschend Benetton-Pilot Giancarlo Fisichella aus Italien (1:47,130) vor Weltmeister Häkkinen im zweiten Silberpfeil (1:47,162). Zweitbester Deutscher war im Wetter-Roulette - die Teams setzten teilweise Hubschrauber zur Wetterbeobachtung ein - überraschend der Mönchengladbacher Nick Heidfeld im Prost (1:48,690) unmittelbar vor Ralf Schumacher ("Gegen solche Bedingungen kann man nichts machen") im Williams-BMW (1:48,841).

Heinz-Harald Frentzen kam in der Schlussphase noch auf Platz 17 (1:49,280), nachdem der Jordan-Pilot lange Zeit sogar außerhalb der 107-Prozent-Marke lag. Der Grund für das lange Zittern: Frentzens beste Zeit aus der Anfangsphase wurde gestrichen, weil er in der Einführungsrunde in einer Schikane abgekürzt und sich damit einen Vorteil verschafft hatte. "Darüber werden mir mit den Rennkommissaren noch zu reden haben", brummte Frentzen nach einem Gespräch mit Teamchef Eddie Jordan.

Unmittelbar vor dem Start der Trainingssitzung hatte in Hockenheim zum ersten Mal der Regen eingesetzt. Alle Fahrer gingen sofort auf die Strecke, um zumindest eine schnelle Runde zu fahren, bevor die Piste zu nass würde. Coulthard, der nach dem Nürburgring seine zweite Pole in dieser Saison feierte, erwischte die erste Runde am besten. "Das war eine tolle Runde von David, schließlich waren die Bedingungen für alle Fahrer gleich", lobte Mercedes-Sportchef Norbert Haug seinen Schützling.

Der Schotte unterbot Schumacher um fast 1,5 Sekunden, Häkkinen genügte dagegen eine Tausendstelsekunde, um sich vor Schumi zunächst auf Rang zwei zu setzen. Danach trocknete die Strecke ein wenig ab und erlaubte Fisichella den Sprung auf Platz zwei, bevor ein weiterer heftiger Schauer fast alle Hoffnungen auf bessere Zeiten davonspülte - bis Schumi noch einmal auftrumpfte.

Eine Schrecksekunde für den Kerpener und seine Fans hatte es bereits am Samstagmorgen gegeben: Kurz vor Ende des freien Trainings prallte er mit seinem Ferrari im Motodrom in einen Reifenstapel, blieb dabei aber unverletzt. Sein Dienstwagen wurde allerdings erheblich beschädigt, das Zeittraining musste der Kerpener im Ersatzauto angehen.

Schumacher kam in der Süd-Kurve vor der Zielgeraden von der Strecke ab und rutschte fast ungebremst rückwärts in die Streckenbegrenzung. Dabei brach der Heckflügel komplett weg, die hintere Aufhängung und der Unterboden wurden auch in Mitleidenschaft gezogen. Der 31-Jährige stieg aber selbst aus dem Wagen aus und beruhigte seine Fans mit einer winkenden Geste.

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