Qualifying in Budapest Debakel für Michael Schumacher
Budapest - "Ich wollte zu viel, und dabei bin ich zu langsam geworden. Das lag ganz klar an mir. Ich war hier sonst auch schneller", sagte Michael Schumacher am Samstag nach seinem achten Rang im offiziellen Training. Für den fünfmaligen Weltmeister, der sich drei Bremsfehler leistete, war es die schwächste Platzierung seit der Einführung des Einzelzeitfahrens zu Beginn des Jahres.
"Es wird im Rennen schwierig sein, die WM-Konkurrenten vor mir zu überholen, aber wir haben eine clevere Strategie. Außerdem kann mein Bruder Ralf den Kollegen vielleicht ein paar Punkte abnehmen", hoffte Schumacher, der 1:22,755 Minuten benötigte. Auf der 44 Grad Celsius heißen Piste war der Ferrari-Fahrer mit seinen Bridgestone-Reifen erneut den Konkurrenten mit ihren Michelin-Pneus unterlegen.
In der WM-Fahrerwertung führt Michael Schumacher vor dem 13. von 16 Läufen am Sonntag um 14 Uhr auf dem 4,38 Kilomter langen Hungaroring (live bei Premiere und RTL) mit 71 Punkten vor Juan Pablo Montoya (65). Dahinter folgen Kimi Räikkönen (62) und Ralf Schumacher (53).
Für Renault-Pilot Fernando Alonso lief es hingegen perfekt. Der Spanier wird beim Großen Preis von Ungarn in Budapest zum zweiten Mal in seiner Karriere bei einem Formel-1-Rennen auf dem ersten Startplatz stehen. Der 22-Jährige fuhr am Samstag im offiziellen Training mit 1:21,688 Minuten Bestzeit. Seine erste Pole Position hatte Alonso diese Saison beim WM-Rennen in Malaysia geholt.
Zweitschnellster war Ralf Schumacher (1:21,944 Minuten) im BMW-Williams vor dem australischen Jaguar-Piloten Mark Webber (1:22,027). "Es ist ein tolles Gefühl, nach dieser schwierigen Woche mit der Gerichtsentscheidung der Fia aus der ersten Reihe zu starten", sagte der Deutsche. Nach dem Startunfall in Hockenheim war Ralf Schumacher schuldig gesprochen worden und sollte in Budapest in der Startaufstellung zehn Plätze nach hinten versetzt werden. Erst in der Berufung wurde das Urteil revidiert und in eine Geldstrafe von 50.000 Dollar umgewandelt.
Vierter wurde Schumachers Teamkollege Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer schaffte eine Zeit von 1:22,180 Minuten. Der Finne Kimi Räikkönen (1:22,742) belegte den siebten Platz. Damit steht der McLaren-Mercedes-Fahrer gemeinsam mit Weltmeister Michael Schumacher in der vierten Startreihe. Nick Heidfeld (Sauber) landete in 1:23,621 Minuten auf Rang 11. Sein Teamkollege Heinz-Harald Frentzen (1:24,569) enttäuschte auf Position 17. Damit nicht genug: In der kommenden Saison wir der derzeitige Jordan-Pilot Giancarlo Fisichella Frentzens Platz im Cockpit des Schweizer Teams übernehmen.
Zsolt Baumgartner (1:26,678 Minuten) wurde bei seiner Premiere nur 19. und damit Vorletzter. Der ungarische Jordan-Fahrer ersetzt den etatmäßigen Piloten Ralph Firman. Der Brite hatte am Samstagvormittag bei einem Unfall im freien Training eine Gehirnerschütterung erlitten. Der Rennarzt verbot Firman den Start beim Rennen am Sonntag.