Qualifying Schumacher fängt Häkkinen ab
Silverstone - Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher startet beim Großen Preis von Großbritannien am Sonntag in Silverstone von der Pole-Position. Der Ferrari-Pilot fuhr am Samstag im Qualifikationstraining in 1:20,447 Minuten die Bestzeit. Der Finne Mika Häkkinen belegte im McLaren-Mercedes nach einer starken Vorstellung, die an alte Zeiten erinnerte, den zweiten Platz. David Coulthard (Großbritannien) kam im zweiten Silberpfeil auf Rang drei. Für Schumacher war es die achte Pole Position in dieser Saison und die insgesamt 40. seiner Karriere. In Silverstone jedoch steht der Deutsche zum ersten Mal auf dem ersten Startplatz. "Wir haben alles unter Kontrolle", gab sich Michael Schumacher anschließend zuversichtlich. Am Sonntag will er mit seinem insgesamt 51 Sieg zudem den Fabel-Weltrekord des Franzosen Alain Prost einstellen.
"Schön für Mika"
Allerdings zeigten sich die Silberpfeile von ihrer besten Seite. Mika Häkkinen, der zuletzt hauptsächlich mit Spekulationen um seinen angeblichen Rücktritt für Schlagzeilen gesorgt hatte, meldete sich mit Rang zwei eindrucksvoll sportlich zurück. Der Schotte David Coulthard auf Rang folgte nur knapp dahinter. "Es ist schön für Mika, dass er nach seinem harten Jahr zurück ist", freute sich sogar Schumacher für seinen alten Rivalen. Der Finne sagte: "Ich bin etwas enttäuscht, dass es nicht zur Pole gereicht hat, aber nicht so sehr, da der Abstand minimal ist."
Schumacher lag auf dem 5,141 Kilometer langen Kurs in 1:20,447 Minuten nur 82 Tausendstel-Sekunden vor Häkkinen. Coulthard, der einzig halbwegs ernsthafte Konkurrent des Rheinländers im Titelrennen, benötigte 1:20,927 Minuten. Vor dem 11. Saisonlauf am Sonntag (Start: 14 Uhr) liegt der Schotte (47 Punkte) schon 31 Zähler hinter dem souveränen WM-Spitzenreiter Schumacher (78). Dessen Bruder Ralf, der als Zehnter sein schlechtestes Qualifying-Ergebnis der Saison hinnehmen musste, ist mit 31 Punkten abgeschlagener Gesamtdritter.
Spekulation um eine Stallorder bei McLaren
Coulthard hofft in Silverstone auf Häkkinens Hilfe. "Es hängt von der Situation ab, ob ich mit Mikas Unterstützung rechnen kann", relativierte er. Der Finne, der seit elf Monaten auf einen Sieg wartet, bremste die Erwartungen derer, die mit einer Stallhierarchie rechnen: "Ich habe noch nie den britischen Grand Prix gewonnen, was ich mal gerne tun würde." Aber er habe ja bereits am Vortag angekündigt, dass er seinen Teamkollegen im Ernstfall unterstützen werde. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug wies auf die gute Ausgangslage seines Fahrerduos hin, "zumal Mika weniger als ein Zehntel Abstand auf die Pole hat".
Ralf Schumacher enttäuscht, Frentzen glücklich
Ralf Schumacher trennten dagegen nach seiner vor zwei Wochen gefeierten Pole-Premiere in Magny-Cours Welten vom großen Bruder. Der Williams-BMW-Pilot lag als Zehnter 1,836 Sekunden zurück. "Es ist leider sehr unglücklich gelaufen. Unser Timing war heute nicht gut", bilanzierte Ralf Schumacher ernüchtert. Dagegen durfte endlich wieder einmal Heinz-Harald Frentzen ein Erfolgserlebnis feiern. Der Jordan-Pilot kommentierte Platz fünf in 1:21,217 Sekunden zufrieden: "Ich hatte schon die ganze Zeit ein gutes Gefühl." Nick Heidfeld urteilte nach seinem neunten Rang im Sauber-Petronas: "Drei Zehntel wären drin gewesen."