Qualifying: Schumacher holt sich die Pole-Position - DER SPIEGEL
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Qualifying Schumacher holt sich die Pole-Position

Michael Schumacher startet beim Großen Preis von Ungarn am Sonntag überraschend von der Pole-Position. Beim Qualifikationstraining fuhr der Weltmeister Bestzeit - zum ersten Mal in dieser Saison. Für das Rennen am Sonntag hat er nun große Ziele.
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Budapest - Mit der ersten Pole Position seit knapp zehn Monaten hat Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher in Budapest seine Qualifying-Durststrecke beendet.

Mit geballter Faust feierte der Ferrari-Pilot einen Tag vor dem Großen Preis von Ungarn am Sonntag (14 Liveticker SPIEGEL ONLINE) den überraschenden Erfolg der zuletzt abgeschlagenen "Scuderia". "Es ist ein schönes Gefühl, nach so langer Zeit wieder dabei und sogar schneller als der Rest zu sein. Es war ein Schritt in die richtige Richtung", erklärte der 36-Jährige. Zuletzt war der Deutsche am 10. Oktober 2004 in Japan von Platz eins in ein Grand-Prix-Rennen gestartet.

Schumacher konnte bereits viermal in Budapest gewinnen, ob er am Sonntag Sieg Nummer fünf holt, ist die große Frage. "Wichtig ist, dass wir unsere gute Arbeit im Rennen fortsetzen", meinte Schumacher, der in er WM-Wertung auf Rang drei liegt und nur das von sieben Teams boykottierte Rennen von Indianapolis am 19. Juni gewinnen konnte. Der Deutsche rechnet sich am Sonntag auf jeden Fall Chancen auf einen Podiumsplatz aus: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ein ernstes Wörtchen mitreden können. Es sieht nicht schlecht aus."

Neben Schumacher (1:19,882) steht am Sonntag McLaren-Mercedes-Pilot Juan Pablo Montoya aus Kolumbien (1:20,779) in der ersten Startreihe. Als Dritter geht der Italiener Jarno Trulli im Toyota (1:20,839) auf die 70 Runden. Der WM-Führenden Fernando Alonso (Renault) kam einen Tag nach seinem 24. Geburtstag nur auf den sechsten Rang, nachdem der Spanier sich in der letzten Kurve einen Patzer erlaubt hatte. Ralf Schumacher (Kerpen) belegte im Toyota Platz fünf (1:20,964), der Mönchengladbacher Nick Heidfeld (1:22,086) kam im BMW-Williams Rang zwölf. Im "Silberpfeil" wurde der in der WM-Fahrerwertung auf Platz zwei liegende Finne Kimi Räikkönen Vierter (1:20,891), nachdem er das Pech hatte, im Qualifying als Erster auf die staubige Strecke zu müssen.

Viel Pech im freien Training

Die Eroberung der Pole-Position (die 64. seiner Karriere) ist aus Schumachers Sicht eine Überraschung, denn der Ferrari-Pilot hatte im freien Training am Freitag noch viel Pech gehabt. Wegen eines Elektrikschadens musste das Auto bereits zu Beginn des zweiten Durchgangs abgeschleppt werden, wertvolle Testzeit ging daher verloren. "Alle haben aber einen guten Job gemacht, nachdem wir zuletzt Prügel einstecken mussten", lobte Schumacher sein Team.

Auch McLaren-Mercedes macht sich nach zuletzt drei technischen Pannen in Serie Hoffnung auf den ersten Sieg am Hungaroring seit 1999. "Wir haben mit zwei Autos in Reihe eins und zwei eine gute Ausgangsbasis", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, sieht aber in der WM-Fahrerwertung kaum mehr Chancen für seine Equipe: "Selbst wenn wir noch alle Rennen gewinnen sollten, hat Alonso beste Chancen auf den Titel."

Alonsos Ausgangsposition ist umso glänzender, als dass er selbst bei sieben Siegen Räikkönens in den noch ausstehenden sieben Rennen schon jeweils vierte Plätze zum großen Coup reichen würden. In diesem Fall hätte der Spanier nach dem Abschlussrennen am 16. Oktober in Schanghai immer noch einen Punkt Vorsprung auf den Finnen und wäre der erste spanische Champion seit der WM-Einführung 1950.

Indes bereiten die fast tropischen Temperaturen den Fahrern sowie dem Material große Probleme. Auch für den Rennsonntag sind bis zu 36 Grad Celsius vorhergesagt, das ohnehin enge Cockpit erhitzt sich dabei auf bis zu 60 Grad. Mindestens vier Liter Flüssigkeit sollen die Piloten vor dem Start mindestens zu sich genommen haben. "Bei mir sind es sogar oft acht bis neun Liter", erzählt der österreichische Red-Bull-Fahrer Christian Klien. Ein menschliches Bedürfnis hat der 22-Jährige trotzdem in seiner Fahrerkanzel noch nicht verspürt. Klien: "Man schwitzt alles wieder raus. Rennanzug und Cockpit stehen dann im Ziel quasi unter Wasser."

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