Ralf Schumacher Kritik an Räikkönen-Einstieg
Frankfurt - "Ich denke, man muss irgendwo einen Strich ziehen", sagte der 25-jährige Deutsche am Freitag in Frankfurt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Reuters", "Es ist einfach zu früh." Zudem gefährde ein zu leichter Einstieg in die Formel 1 andere Klassen wie die Formel 3 oder die Formel 3000.
Ralf Schumacher war bei seinem Formel-1-Debüt 21 Jahre alt - ebenso wie der künftige Sauber-Pilot Räikkönen jetzt -, hatte aber 1996 bereits den japanischen Formel-3000-Titel gewonnen. Der Finne war nicht in den üblichen Nachwuchs-Wettbewerben wie Formel 3 oder Formel 3000 gefahren.
Nach den ersten Tests mit Juan Pablo Montoya in Spanien äußerte sich der BMW-Williams-Fahrer positiv über seinen neuen Teamgefährten. "Entgegen allen Presseartikeln verstehen wir uns eigentlich sehr gut und kommen auch hervorragend miteinander aus", sagte er. "Es war so weit sehr gut." Auf die Zeiten habe er nicht geachtet, die seien "uninteressant", da er nur Reifenprogramme absolviert habe. In Jerez war der kolumbianische Formel-1-Debütant Montoya schneller als Schumacher gefahren. "Er ist von vorneherein schnell gewesen, wir sind gut gerüstet - so wie im vorigen Jahr", relativierte Schumacher.
Keine Stallorder
Er hatte sich zwischenzeitlich für die Fortsetzung des Vertrages mit Jenson Button ausgesprochen, statt Montoya ins Team zu holen. Schumacher zufolge wird es eine Stallorder bei BMW-Williams auch 2001 nicht geben: "Es gibt keine Nummer eins und keine Nummer zwei." Die Leistung entscheide. Der neue Wagen, der im Januar vorgestellt werde, werde "etwas mehr Leistung" und sieben bis acht Prozent weniger Abtrieb haben. Bessere Reifen seien nötig: "Michelin muss was Neues bringen."
Die Einführung einer Traktionskontrolle, die das Durchdrehen der Reifen verhindern soll, halte er für richtig, da dies gleiche Bedingungen für die Teams schaffe, sagte Schumacher. Nach wie vor werde fahrerisches Können eine zentrale Rolle spielen: "Es ist lediglich eine leichte Hilfe." Schumacher sagte, er wolle mindestens die nächsten beiden Jahre beim BMW-Williams bleiben und setze darauf, 2001 den Anschluss an Ferrari - dort fährt sein Bruder Michael - und McLaren-Mercedes zu finden. Dennoch rechne er nicht damit, sein Ergebnis
von 2000 insgesamt zu übertrumpfen: "Unter realistischen Bedingungen wird nicht mehr drin sein als Fünfter." Im Jahr 2002 könne er möglicherweise mit um den WM-Titel fahren.