Reifenpatzer Trulli attackiert eigenes Team
Spa - "Das Team hat mir einen Platz auf dem Podium geklaut", schimpfte Trulli in der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport". Die Entscheidung, beim ersten Boxenstopp Trockenreifen aufzuziehen, sei "völlig absurd" gewesen. "Damit konnte ich nicht mal dem Safety Car folgen." Trulli war durch die falsche Reifenwahl vom zwischenzeitlichen vierten Platz weit zurückgefallen und neun Runden vor Schluss - außerhalb der Punkteränge liegend - nach einer Kollision mit Jordan-Pilot Tiago Monteiro endgültig ausgeschieden.
Auch Trullis Teamkollege Ralf Schumacher hatte kein glückliches Händchen mit der Reifenwahl. In der 24. Runde riskierte er als Zweiter des Rennens den Wechsel auf Trockenreifen. In der folgenden Runde rutschte er aber prompt von der Piste und ließ danach wieder Regen-Pneus aufziehen. In der Schlussphase kämpfte er sich zumindest noch auf den siebten Platz und rettete dem Team zwei Punkte. In der Konstrukteurs-WM wuchs der Rückstand auf das drittplatzierte Ferrari-Team durch den fünften Rang von Rubens Barrichello allerdings auf zehn Punkte an.
Anders als der Italiener Trulli äußerte sich Schumacher nach dem Rennen aber sehr diplomatisch. "Es war ein Fehler, so früh auf Trockenreifen zu gehen, aber da war ich selber beteiligt", sagte Schumacher, "der Fahrer trifft die Entscheidung mit dem Team, und wir haben sie gemeinsam falsch getroffen."
Spa in Bildern: Weltmeister trifft Bruchpilot