Schumacher-Brüder Freunde der Langsamkeit
Hamburg - "Generell ist es ein Schritt in die richtige Richtung, dass die Autos verlangsamt werden", sagte Michael Schumacher gestern Abend im ZDF. "Wenn man sich das letzte Rennen in Brasilien anschaut, waren 90 Prozent der Fahrer nicht mehr in der Lage, den Kopf gerade zu halten, weil die Belastungen der Nackenmuskulatur so immens gestiegen sind", so der siebenmalige Weltmeister.
"Die Formel 1 entwickelt sich so schnell. Wenn man da nicht einen Riegel vorschiebt, kommt man an einen Punkt, an dem die Strecken nicht mehr sicher genug sind. Außerdem werden die Kosten gesenkt", sagte Schumacher. Der 35-jährige will Ende Dezember mit den Vorbereitungen für Saison 2005 beginnen.
Der Automobilweltverband hatte im Oktober angekündigt, dass die Rennställe kommenden Saison erhebliche Veränderungen an der Aerodynamik vornehmen müssten. Zudem müssen laut Fia die Qualifikation und das Rennen mit einem Reifensatz bestritten werden. Die Motoren sollen künftig zwei Rennen halten. Ab 2006 sind Aggregate mit 2,4 Litern Hubraum und acht Zylindern vorgeschrieben. Dagegen hatten sich die Hersteller BMW, DaimlerChrysler und Honda bis zuletzt massiv gesträubt.
Auch Ralf Schumacher steht den Regeländerungen positiv gegenüber. "Es ist an der Zeit, dass die Formel 1 einmal etwas eingebremst wird. Sonst sind wir ruck-zuck an den 1000 PS, und das wird dann schon sehr gefährlich", schrieb der 29-Jährige auf seiner Homepage, "das sportliche und finanzielle Überleben und die Sicherheit in der Formel 1 müsste uns allen eigentlich mehr am Herzen liegen, als das endlose Empor-Rüsten."
Dass sein jüngerer Bruder nach dem Wechsel von BMW-Williams zu Toyota gleich um den Titel mitfahren wird, glaubt Michael Schumacher nicht. "Er hat mit seiner neuen Aufgabe viel Arbeit vor sich. Da kann man nicht erwarten, dass er gleich in den Kampf um die WM eingreift", sagte der Ferrari-Pilot. Vergangene Saison war Toyota Achter in der Konstrukteurswertung, nur Jordan und Minardi holten noch weniger Punkte.