Schumacher-Interview: "Wir waren zu langsam" - DER SPIEGEL
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Schumacher-Interview "Wir waren zu langsam"

Für Weltmeister Michael Schumacher gab es in Magny-Cours nichts zu holen. WM-Spitzenreiter Fernando Alonso siegte nach Belieben. Der Spanier ist auf dem besten Wege, Schumacher zu beerben. Dem Ferrari-Piloten bleibt nur noch Zweckoptimismus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frage:

Herr Schumacher, Platz drei in Magny-Cours, mit deutlichem Abstand zu Sieger Fernando Alonso und Kimi Räikkönen. Überwiegt bei Ihnen die Freude oder der Ärger, dass es nicht besser geklappt hat?

Schumacher: Nein, eher die Freude, dass das Podium geklappt hat. Denn wenn man sich das Rennen anschaut, hätte ich auch weiter hinten sein können, wenn Juan Pablo Montoya und Giancarlo Fisichella kein Problem gehabt hätten. Dann hätte ich auch Fünfter werden können.

Frage: Zu Beginn des Rennens hingen Sie lange hinter Jarno Trulli fest.

Schumacher: Ja, dabei habe ich viel Zeit verloren. Wir haben die Strategie angepasst, aber dann hat mich Juan Pablo Montoya nochmal Zeit gekostet. Aber man muss schon sehen, dass Kimi Räikkönen unter normalen Umständen gewonnen hätte. Seine Leistung war beeindruckend, er hat ziemlich stark aufgetrumpft.

Fotostrecke

Rennen in Magny-Cours: Düsenjets und ein Korbjäger

Foto: DPA

Frage: Vor dem Rennen waren Sie noch optimistisch, sich von Startplatz drei weiter nach vorne arbeiten zu können. Warum hat es nicht geklappt?

Schumacher: Weil wir zu langsam waren. Vom Speed her waren wir heute einfach nicht gut genug, um weiter vorne zu landen. Nur wenn unsere Strategie perfekt aufgegangen wäre, dann wäre vielleicht Platz zwei drin gewesen. Aber wir haben sechs Punkte geholt, die für uns sehr wichtig sind.

Frage: Sie haben in der Gesamtwertung 29 Punkte Rückstand auf Fernando Alonso. Wie schätzen Sie Ihre WM-Chancen ein?

Schumacher: Man kann die Punkte nehmen und sehen, wie viele Rennen wir noch haben. Dann kann man die Chancen ausrechnen. So lange mathematisch noch etwas möglich ist, werden wir kämpfen. Die Formel 1 ist sehr schnelllebig, man muss nur an sich glauben.

Aufgezeichnet von Thomas Straka, sid