Schumacher-Party Vollgas an der Jukebox
Suzuka - Als es in Suzuka schon wieder hell wurde, gewährte Weltmeister Michael seinem knapp geschlagenen Herausforderer Kimi Räikkönen die erste Revanche. Schumacher zauberte plötzlich einen Fußball hervor und vor den legendären Karaoke-Hütten am Streckenhotel beendete ein lockerer Kick die spannendste Formel-1-Saison seit Jahren.
Um halb drei morgens hatten Schumi und Kimi bereits musikalisch ihr Fazit gezogen. "We are the Champions", sangen der aktuelle und ein vielleicht künftiger Weltmeister wie dicke Kumpels Arm in Arm. Auch der Hintergrund-Chor konnte sich sehen lassen. Rubens Barrichello, der Schumacher mit seinem Sieg in Japan wertvolle Schützenhilfe geleistet hatte, Nick Heidfeld und BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen schmetterten, was das Zeug hielt.
Ketchup-Duschen und Eier-Schlachten
Bei den Feierlichkeiten der Formel-1-Piloten ging es rund. Zu später Stunde kidnappte Michael Schumacher mit einigen Kumpanen sogar einen Gabelstapler und rauschte mit dem Gefährt übermütig wie ein Bruchpilot in ein anliegendes Partyzelt. Laut Augenzeugenberichten soll dabei auch die eine oder andere Scheibe zu Bruch gegangen sein. Ein paar Tische und Stühle wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.
Nach dem obligatorischen Ketchup-Duschen und Eier-Schlachten zu Beginn der Feierlichkeiten stand für die Piloten der traditionelle Umzug durch die Karaoke-Hütten auf dem Programm. Mit Songs wie "My Way" oder "Highway to Hell" machten die Fahrer wie gewohnt auf ohrenbetäubende Weise die Nacht zum Tag.
Geträllert bis die Sicherungen heraussprangen
Auch im Lager von BMW-Williams wurde kräftig geschwoft, obwohl am Anfang des Abends noch Gerüchte kursierten, bei der Wiederholung des Rennens im Fernsehen wäre vor Wut ein TV-Gerät demoliert worden. Der Rennstall von Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya holte beim Saisonfinale keinen einzigen WM-Punkt und musste den erhofften Konstrukteurstitel an Ferrari (158) mit 14 Punkten Rückstand abgeben. Ferrari konnte damit zum fünften Mal in Folge die Teamwertung für sich entscheiden.
Doch von Trübsal wollte man trotz der verpassten Gelegenheit im Lager der blau-weißen Boliden bald nichts mehr wissen. Zwar hielt sich mancher Ohrenzeuge ob der Sangeskunst von Montoya und "Little Schu" aus Sicherheitsgründen die Lauscher zu, doch an Intensität stand der britisch-bayrische Rennstall der Konkurrenz in nichts nach. Es soll sogar so laut gegröllt worden sein, dass am Ende die Sicherungen heraussprangen.