Silberpfeile: Suche nach der Standfestigkeit - DER SPIEGEL
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Silberpfeile Suche nach der Standfestigkeit

Voller Zuversicht hat McLaren-Mercedes die Reise nach Brasilien angetreten. Nach einem Ausdauertest ist man beim Ferrari-Konkurrenten sicher, den Vorsprung der "Scuderia" aufgeholt zu haben.
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Sao Paulo - Die Mercedes-Silberpfeile sehen nach dem Fehlstart in die neue Formel-1-Saison nicht rot. Der technische Defekt, der die Motorschäden von Weltmeister Mika Häkkinen (Finnland) und seinem Teamkollegen David Coulthard (Schottland) in Melbourne auslöste, ist gefunden und soll sich laut Motorsport-Chef Norbert Haug beim Großen Preis von Brasilien am Sonntag (19.00 Uhr MESZ/live in Premiere World und RTL) nicht wiederholen. "Wir haben in kurzer Zeit die Maximalvorsorge getroffen, dass der Defekt nicht erneut auftritt. Wir sind in Silverstone mehr als 500 Kilometer ohne Probleme gefahren", sagte Haug vor der Abreise nach Sao Paulo.

Der Ferrari-Doppelsieg in Australien durch Michael Schumacher und Rubens Barrichello hat McLaren-Mercedes nicht geschockt. Man sehe das eher als Ansporn und sei motivierter denn je, meint Haug: "Ich bin sicher, dass wir die Früchte unserer Arbeit auch in Sachen Zuverlässigkeit ernten werden. Es gibt noch 16 Grand Prix in diesem Jahr, in denen wir den Beweis antreten können, dass unsere Autos nicht nur schnell, sondern auch standfest sind." Auch 1999 waren beide Silberpfeile im ersten Grand Prix nicht ins Ziel gekommen; Häkkinen rückte mit einem Sieg in Brasilien die Machtverhältnisse danach aber wieder zurecht.

Auf die Sticheleien von Schumacher, der der Ansicht ist, dass er in Melbourne auch ohne den Doppel-Ausfall der Rivalen gewonnen hätte, will der Mercedes-Boss mit dem nötigen Abstand nicht mehr näher eingehen. Die Devise im Lager der Silberpfeile heißt, sich auf die eigene Stärke zu besinnen, so Haug: "Wir sind aus eigener Kraft stark genug, das Blatt zu wenden. Aus diesem Grund sehen wir dem kommenden Rennen auch mit Freude und Optimismus entgegen."

Pole Position für Häkkinen im Training und Doppel-Führung im Rennen - dennoch ist man bei McLaren-Mercedes vorsichtig bei der Frage nach dem schnellsten Auto im Formel-1-Feld. "So lange wir fuhren, schien es so, als sei unser Auto das schnellste. Ich weiß allerdings nicht, wie viele Reserven Michael Schumacher noch hatte, das weiß nur er", sagt Haug und mutmaßt: "Vielleicht war er eine Sekunde pro Runde schneller, konnte aber nicht überholen. Um das herauszufinden, haben wir am Wochenende das nächste Rennen auf einer anderen Strecke. Dort sehen wir klarer, wie die Kräfte verteilt sind."

Um den WM-Titel erneut zu holen, müsse beides stimmen: Speed und Zuverlässigkeit, erläutert der Mercedes-Sportchef: "Nur darauf zu warten, dass die Schnelleren ausfallen, macht einen noch nicht zum Weltmeister." Haug verrät, wie die Silberpfeile standfester gemacht werden sollen: "Alle Autos müssen immer wieder aufs Neue zusammengebaut werden. Da ist mittlerweile eine hohe Präzision bei den Topteams vorhanden, trotzdem kann bei jedem etwas schief gehen. Jedes Teil wird geprüft, unter dem Mikroskop untersucht. Es gibt Stichproben, das ist ein Präzisionsniveau wie bei der Mondfahrt."

Haug räumt ein, dass man trotz aller Ausfälle deutlich mehr Siege geholt als verschenkt habe und zweimal Weltmeister geworden sei. Ziel ist es, "das Niveau des Häkkinen-Autos von 1999 in dieser Saison bei beiden Fahrzeugen zu erreichen. Das haben wir oft genug beim Testen geschafft, das wird auch im Rennen gelingen." Obwohl es in Melbourne danach aussah, dass der Abstand der Verfolger auf die Topteams größer geworden ist, warnt Haug: "Mindestens drei Teams werden aufschließen. Jordan, BAR-Honda, Jaguar und BMW Williams fahren in einer vergleichbaren Liga. Das wird man schon in Brasilien sehen."

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