Teure Formel 1 Ferrari drohte mit Ausstieg
London - "Wir haben sehr oft darüber diskutiert, die Formel 1 zu verlassen, weil sie zu viel Geld kostete", sagte Teamchef Jean Todt in einem Interview mit der englischen Zeitung "The Times".
Ferrari sei ein kleines Unternehmen und müsse die Kosten abdecken. Sich für immer aus der Formel 1 zurückzuziehen, sei deshalb durchaus in Betracht gezogen worden, konstatierte Todt.
Doch Ecclestone versüßte Ferrari während der Verhandlungen um das neue Concorde Agreement den Verbleib bis 2012 mit einer Zahlung von 100 Millionen Dollar. Die bisherigen Verträge zwischen Ecclestone und den Rennställen laufen 2007 aus.
Die Zustimmung der Italiener im vergangenen Monat wurde von den neun anderen Rennställen teilweise heftig kritisiert und als "Alleingang" bezeichnet.
"Wir konnten nicht blind einen neuen Weg einschlagen und es war an uns, die Zukunft von Ferrari in der Formel 1 zu sichern", verteidigte Todt die frühe Absage an die von der Herstellervereinigung geplante Konkurrenzserie GPWC von 2008.
Todt ist sich sicher, dass Ecclestone früher oder später auch die anderen Teams, die noch nicht das die Abläufe und Verteilung der Erlöse regelnde Concorde Agreement unterschrieben haben, überzeugen werde. So war die Finanzspritze offenbar auch für Ferrari von großer Bedeutung, obwohl Todt dies nicht explizit zugeben wollte.
Der Rennstall aus Maranello ist als einziges Team seit WM-Beginn vor 55 Jahren bei der Formel 1 am Start und hat in den letzten Jahren die Konkurrenz nach Belieben beherrscht. Die letzten sechs Konstrukteurswertungen gingen an Ferrari, Michael Schumacher gewann im Boliden der Scuderia die letzten fünf Fahrertitel. Im vergangenen Jahr gewann Ferrari 15 von 18 Rennen.