Wechsel zu BMW-Williams B.A.R empört über Button
Oxford - "So schnell geht das auch nicht, Button hat 2005 noch einen Vertrag bei uns", machte Richards in einem Radiointerview klar, dass er seinen besten Fahrer nicht so einfach ziehen lassen will. Gestern hatte Button in einer Pressemitteilung überraschend verkündet, ab der kommenden Saison wieder für den Rennstall zu fahren, bei dem er vor vier Jahren sein Debüt in der Königsklasse des Motorsports gegeben hatte.
Richards machte keinen Hehl daraus, dass er über den überstürzten Abgang Buttons sehr enttäuscht ist. "Ich habe 400 Leute in der Fabrik, die hart arbeiten, und dann geht der Kerl, der die ganze Anerkennung einstreicht und gibt ihnen den Laufpass", schimpfte der B.A.R-Chef, "ich kann einfach nicht glauben, dass er uns verlassen will." Button ist vorerst untergetaucht und war heute weder für Richards noch für B.A.R-Technikchef Geoff Willis zu erreichen.
B.A.R will nun rechtliche Schritte gegen den Button-Abgang einleiten. "Unglücklicherweise ist das nun eine Angelegenheit für die Anwälte. Wir sind zuversichtlich, dass dann festgestellt wird, dass die Bekanntgabe des Wechsels nicht nur voreilig, sondern auch ungültig ist", erklärte Richards. Button habe in den vergangenen Monaten zu keiner Zeit etwas anderes gesagt, als dass er den Wunsch habe, mit B.A.R weiterzuarbeiten und Weltmeister zu werden.
"Einer der besten Piloten"
Laut der BMW-Williams-Pressemitteilung einigte sich der britische Rennstall mit dem Piloten auf einen langfristigen Vertrag, wahrscheinlich für zwei Jahre. Teamchef Frank Williams sieht sich bei dem Wechsel juristisch auf der sicheren Seite. Das Management des Fahrers habe eine Möglichkeit gesehen, dass Button aus dem Vertrag mit B.A.R-Honda aussteigen könne. "Vielleicht hat er erkannt, dass wir bessere Möglichkeiten haben, ihm ein Weltmeister-Auto zur Verfügung zu stellen als sein aktuelles Team", sagte Williams der BBC. "Jenson ist einer der besten Piloten im Fahrerlager", fügte BMW-Motorsportdirektor Mario Theißen hinzu.
In der vergangenen Woche hatte BMW-Williams bereits die Verpflichtung des Australiers Mark Webber bekannt gegeben, der diese Saison noch für Jaguar fährt. Button und Webber ersetzen Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher. Montoya wechselt zu McLaren-Mercedes, der derzeit verletzte Ralf Schumacher wird ab der kommenden Saison bei Toyota im Cockpit sitzen. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (Kanada) und der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der momentan für Jordan fährt, hatten sich bis zuletzt Hoffnungen auf das BMW-Cockpit gemacht.
Herber Rückschlag für B.A.R-Honda
Für B.A.R-Honda ist Buttons Wechsel ein herber Rückschlag. In diesem Jahr gelang dem Piloten der Durchbruch, da auch das Team riesige Fortschritte machte und ihm ein konkurrenzfähiges Auto zur Verfügung stellte. In der Fahrerwertung rangiert Button nach zwölf Rennen hinter den Ferrari-Piloten Michael Schumacher und Rubens Barrichello an dritter Stelle. Erst vor kurzem wurde die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen B.A.R und dem japanischen Motorenlieferanten beschlossen. "Wir glauben, dass wir Jenson Button zum Weltmeister machen können. Und wir haben mit Honda in diesem Jahr bewiesen, dass wir in die richtige Richtung gehen", sagte Richards, "wir dachten, dass wir das gemeinsam tun."
Durch Buttons Wechsel steigen auch die Chancen für ein Comeback des zweimaligen Weltmeisters Mika Häkkinen. Der Finne, der seinen Helm 2001 an den Nagel gehängt hatte, verhandelt angeblich schon seit geraumer Zeit mit Richards. Der 35-jährige Häkkinen erhielt erst vor wenigen Tagen die Freigabe von seinem früheren Arbeitgeber McLaren-Mercedes.