WM-Weltrekord: Michael Schumacher auf dem Olymp - DER SPIEGEL
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WM-Weltrekord Michael Schumacher auf dem Olymp

Schneller war vor ihm noch keiner. Mit seinem Erfolg beim Großen Preis von Frankreich wird Michael Schumacher bereits im 11. von 17 Saisonrennen Formel-1-Weltmeister und zieht nach WM-Titeln mit der argentinischen Rennfahrerlegende Juan Manuel Fangio gleich.
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Magny-Cours - Schumacher gewann am Sonntag nach 72 Runden und 305,886 Kilometern den Grand Prix von Magny Cours und kann durch seinen Erfolg auf dem Circuit de Nevers bei 62 Punkten Vorsprung in den verbleibenden sechs Saisonrennen von keinem seiner Konkurrenten mehr eingeholt werden.

Schumacher hat nach seinem achten Saisonsieg und dem 61. seiner Karriere 96 Punkte auf dem Konto. Zweiter ist der Kolumbianer Juan Pablo Montoya (34) vor dem Brasilianer Rubens Barrichello und Ralf Schumacher (je 32). Nur wenn einer der beiden Südamerikaner in Frankreich Zweiter geworden wäre, hätte Michael Schumacher selbst bei einem eigenen Sieg erst in einer Woche auf dem Hockenheimring seinen fünften WM-Titel perfekt machen können.

Schumachers Konkurrenten patzen

Doch Montoya, der von der Pole Position aus gestartet war, wurde nur Vierter. Barrichello konnte das Rennen wegen Problemen mit der Elektronik gar nicht erst aufnehmen. Am Vorstart blieb der Brasilianer wie schon vor zwei Wochen in Silverstone unfreiwillig stehen. Als das Feld losbrauste, war Barrichellos Auto noch auf dem Wagenheber aufgebockt.

Zweiter in Magny Cours wurde der Finne Kimi Räikkönen. Der McLaren-Mercedes-Pilot hatte lange geführt und Michael Schumacher in der fünftletzten Runde nach einem Fahrfehler passieren lassen müssen. David Coulthard steuerte den zweiten Silberpfeil auf Platz drei. Ralf Schumacher (BMW-Williams) landete auf Rang fünf.

Schnellster Weltmeister aller Zeiten

Durch seinen dritten Triumph hintereinander (2000, 2001 und 2002) ist Schumacher der schnellste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten. Bislang hielt Nigel Mansell die Bestmarke, der 1992 nach 11 von 16 Rennen (68,7 Prozent der Saison) Champion wurde. Schumacher, der schon 1994 und 1995 mit Benetton Weltmeister geworden war, hatte es bereits im 11. von 17 Läufen (64,7 Prozent) geschafft.

"Ich bin überwältigt", sagte Michael Schumacher, der durch einen Fahrfehler fast den vorzeitigen Titelgewinn verspielt hätte. Der 33-Jährige überfuhr nach der Boxenausfahrt regelwidrig die weiße Linie und erhielt von den Rennkommissaren - wie auch später Coulthard und Bruder Ralf - eine so genannten "Durchfahr-Strafe" ("Drive through time penalty"). Michael Schumacher bog in der 35. Runde zum befohlenen Durchrollen der Box ab und reihte sich nachher als Dritter hinter Montoya und Räikkönen wieder ein.

Insgesamt hatte der Ferrari-Pilot 9,5 Sekunden verloren. Doch als Räikkönen bereits wie der sichere Sieger aussah, schlug der F1-Champion zu. "Die letzten fünf Runden waren die schlimmsten meiner Karriere, weil der ganze Druck da war", sagte Michael Schumacher, "es ist einfach schön, ein Teil von diesem großen Team zu sein. Wir haben etwas ganz Wunderbares erreicht."

Rennkommissare bestätigen Schumacher-Sieg

Der neue und alte Weltmeister ließ sich auch von den Rennkommissaren nicht die gute Laune verderben. Die drei Fia-Stewards hatten Michael Schumachers Überholmanöver beim Räikkönen-Fehler untersucht. Der Deutsche hatte den Finnen überholt, während die Gelbe Flagge gezeigt wurde. Räikkönen war in der 68. Runde auf einer Ölspur von der Piste abgekommen, Schumacher war in diesem Moment an ihm vorbeigefahren. Während der Gelb-Phase, die wegen der Ölspur angeordnet war, darf nicht überholt werden.

Die Rennkommissare, die die beiden an der ominösen Situation beteiligten Fahrer zur Anhörung vorgeladen hatten, sahen jedoch keinen ahndungswürdigen Verstoß und bestätigten letztendlich Michael Schumachers Sieg, der diesem vorzeitig den WM-Titel brachte. Räikkönens Rennstall McLaren-Mercedes hatte ohnehin darauf verzichtet, Protest einzulegen.

Michael Schumachers Manager Willi Weber kündigte bereits weitere Meisterstücke seines Schützlings an. Eine Verlängerung des 2004 auslaufenden Vertrags bei Ferrari, sei gut möglich. "Ich kenne momentan keinen Grund, warum Michael in zwei Jahren aufhören sollte", sagte Weber, der auch Ralf Schumacher betreut.

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