Gestorben Franz Beckenbauer, 78
Werek / ullstein
Er hat geschafft, was ganz wenigen Sportlern gelungen ist. Franz Beckenbauer war eine gesellschaftliche Figur der Bundesrepublik, mehr noch: Er war ein Symbol der Bundesrepublik. Sein Aufstieg aus kleinen Verhältnissen in München-Giesing zum Weltstar, zur Lichtgestalt, zum Kaiser, ist auch die Geschichte des Wirtschaftswunderlandes Deutschland. Beckenbauer war größer als der Fußball. Viel größer, und schon im Fußball war er einzigartig: seine Art, den Ball zu behandeln, über den Platz zu stolzieren, als wäre das Fußballfeld sein Feldherrnhügel. Weltmeister als Spieler und als Trainer, Weltbürger bei Cosmos New York, das Gesicht des FC Bayern als Libero, als Trainer, als Präsident. Dann die Karriere als Fifa-Funktionär und als derjenige, der die Fußball-WM 2006 nach Deutschland holte. Beckenbauer schien alles zu gelingen, ein Sonntagskind der Republik. Umso tiefer war sein Fall, als die SPIEGEL-Enthüllungen zum Kauf der Sommermärchen-WM veröffentlicht wurden. Der Mann, der immer im Sonnenlicht stand, war plötzlich vom Ruch der Korruption überschattet. Davon hat er sich nicht mehr erholen können, der Tod seines Sohnes Stephan 2015 und zahlreiche Krankheiten kamen hinzu. Franz Beckenbauer starb im Kreise seiner Familie in Salzburg.
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