1. FC Nürnberg: "Alles Sch... hier" - DER SPIEGEL
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1. FC Nürnberg "Alles Sch... hier"

Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg und sein umstrittener Trainer Friedel Rausch haben sich am Samstagvormittag getrennt. Nur einen Tag nach dem enttäuschenden 1:1 gegen die Offenbacher Kickers beschlossen der 59-Jährige und Präsident Michael A. Roth den noch bis Saisonende laufenden Vertrag aufzulösen.
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Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg hat sich nach seinem Fehlstart in die Rückrunde der zweiten Fußball-Bundesliga von Trainer Friedel Rausch getrennt. Die Entscheidung fiel am Samstag nach einem Gespräch des 59-Jährigen mit Präsident Michael A. Roth. "Wir haben uns in beiderseitigem Einvernehmen getrennt", erklärte Rausch, dessen Vertrag noch bis Saisonende gelaufen wäre. Heißer Kandidat auf die Nachfolge ist offenbar Horst Ehrmantraut, der im Dezember 1998 bei Eintracht Frankfurt entlassen worden war.

Die Trennung von Rausch, der nach seinem Amtsantritt im Dezember 1998 mit den Franken am letzten Spieltag aus der ersten Liga abgestiegen war, hatte sich bereits angezeichnet. Präsident Roth verlangt nach wie vor den sofortigen Wiederaufstieg, nach den ersten beiden Spielen der Rückrunde (1:2 in Mannheim, 1:1 gegen Offenbach) rückt dieses Ziel des derzeitigen Tabellenfünften in immer weitere Ferne. Daher gab auch Rausch zu: "Die Trennung hat sich abgezeichnet. Wir haben zu viele Punkte verschenkt."

Der scheidende Trainer, der nach Aussage von Präsident Roth "uns beim Auflösen des Vertrages in finanzieller Hinsicht entgegen gekommen ist", hatte sich die sportliche Misere allerdings selbst zuzuschreiben. Von Roth, der einen Etat von 35 Millionen Mark für die zweite Liga bereit gestellt hatte, bekam er vor Saisonbeginn nahezu freie Hand bei der Zusammenstellung des Kaders. Überzeugen konnte die Mannschaft, nach der Hinrunde immerhin auf auf Rang drei und damit einem Aufstiegsrang platziert, aber nie.

"Ich habe doch gemerkt, dass die zweite Liga nichts für mich ist", räumte Rausch dann am Samstagvormittag nach seinem Abgang vom Valznerweiher auch ein. Das Fass zum Überlaufen brachten die beiden ersten Spiele der Hinrunde: Erst verschenkte der "Club" bei Waldhof Mannheim in letzter Minute ein Unentschieden, am Freitag kassierte er dann in letzter Minute das 1:1 gegen Offenbach. Nach der Partie erklärte Rausch bereits eindeutig zweideutig: "Es geht jetzt nicht mehr um meine Existenz, sondern um die des Vereins."

Ummittelbar nach seinem Abgang tagte am Valznerweiher der Spielerrat um Kapitän und Ex-Nationaltorhüter Andres Köpke ("alles Sch.... hier") mit Präsident Roth. Als möglicher Nachfolger von Rausch gilt nun auch wieder Ernst Middendorp. Der ehemalige Bielefelder und Bochumer Trainer, zuletzt im Januar als Sportdirektor in Nürnberg im Gespräch, erklärte Middendorp: "Es ist nicht so, dass das Kapitel Nürnberg für mich endgültig und absolut abgeschlossen ist." Zumal Rausch und wohl auch dessen "Adjutant" Ignatz Good seiner Verpflichtung nun nicht mehr im Wege stehen würden.